Instagram und Pinterest für Künstlerinnen: Wie du Reichweite, Verkäufe und “auch mal offline” sein kombinierst

Instagram und Pinterest sind längst mehr als Inspirationsplattformen für Kreative. Sie verändern, wie Kunst sichtbar wird, wie sie verkauft wird und wie Künstlerinnen sich selbst vermarkten können.

Trotzdem fühlen sich viele selbstständige Künstlerinnen genau hier überfordert und posten „irgendwas“, vergleichen sich, verlieren sich in Kennzahlen und fragen sich irgendwann frustriert, warum sich all das überhaupt lohnen soll.

Den Künstlerinnen, die dann anfangen, an ihrer Kunst zu zweifeln, kann ich sagen, dass es nicht an deiner Kunst, sondern an einer fehlenden Strategie für Instagram und Pinterest liegt.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du als Künstlerin Instagram und Pinterest gezielt nutzt, statt dich von Überforderung, Angst vor Sichtbarkeit und inneren Blockaden steuern zu lassen.

Instagram und Pinterest: Warum sie auch die Kunst selbst verändern

Viele Künstlerinnen spüren es intuitiv, dass es anders funktioniert, Kunst auf Social Media zu zeigen als im Atelier oder im Ausstellungsraum.

Auf Social Media und in Suchmaschinen wie Pinterest oder Google wird gescrollt und erst mal nichts wirklich in Ruhe betrachtet, bevor es nicht in wenigen Sekunden überzeugt hat.

Gerade auf Instagram und Pinterest gilt eine harte Wahrheit:

Reichweite, Sichtbarkeit und Wachstum bekommen nicht die mit der besten Kunst, sondern mit dem besten Content.

Das verändert nicht die Qualität deiner Kunst, aber wie du sie präsentierst. Wenn du auf Instagram und Pinterest als Künstlerin sichtbar sein und dich selbst vermarkten möchtest, gilt es zu verstehen, wie die Plattformen funktionieren und wie die Nutzer:innen sich hier verhalten.

Die größte mentale Hürde: Kunst zeigen und verkaufen

Wenn du Künstlerin bist und dich online selbst vermarktest, kennst du mit Sicherheit das folgendes Szenario:

Du postest ein Bild oder ein Video, wartest, schaust auf die Likes, fängst an zu zweifeln.

„Ist das gut genug?“

„Interessiert das überhaupt jemanden?“

„Nerve ich, wenn ich nochmal poste?“

Social Media löst alte Glaubenssätze aus, wie kaum ein anderer Ort. Das gilt vor allem für Instagram, wo es gerade zu unmöglich ist, sich nicht mit anderen zu vergleichen.

Deshalb ist es wichtig zu verstehen, dass Instagram und Pinterest keine Bewertungsinstanzen für deinen Wert als Künstlerin sind. Es sind Werkzeuge, die du für dein Marketing nutzen und für deine Zwecke einsetzen kannst.

Instagram und Pinterest für Künstlerinnen: Gleiche Voraussetzungen, völlig andere Wirkung

Rein technisch starten alle Künstlerinnen auf Instagram und Pinterest erst mal gleich. Sie legen sich ein Profil an, veröffentlichen Inhalte in Form von Bildern und/oder Videos und fokussieren sich auf Reichweite.

Wie die Plattformen funktionieren und genutzt werden, ist allerdings grundverschieden.

Instagram lebt von Nähe, Persönlichkeit, Interaktion und ständiger Präsenz.

Pinterest lebt von Suchintention, Planung und langfristiger Sichtbarkeit.

Wenn du versuchst, beide Plattformen gleich zu nutzen, wirst du schnell frustriert sein oder ausbrennen, denn das eine ein eine Social Media Plattform und das andere eine visuelle Suchmaschine. Sie haben also viel weniger miteinander zu tun, als viele denken.

Warum Instagram sich oft so anstrengend anfühlt

Instagram ist schnell, überflutend und emotional. Die Plattform belohnt Sichtbarkeit, Reaktion, Geschwindigkeit.

Für Künstlerinnen bedeutet das oft:

  • tägliche Storys
  • Reels (vor allem Trends)
  • permanente Erreichbarkeit
  • Angst, „unsichtbar“ zu werden, wenn man mal pausiert

aber auch

  • eine echte Community
  • Nähe und Austausch
  • Netzwerken mit anderen Künstlerinnen

Instagram eignet sich hervorragend für:

  • Community-Aufbau
  • Vertrauen durch Persönlichkeit
  • Einblicke ins Atelier
  • Prozesse, Gedanken, Positionierung
  • Verkäufe und Umsatzsteigerungen
  • Launches

Pinterest: Der unterschätzte Marketingkanal für Künstlerinnen

Fast jede Künstlerin hat einen Pinterest-Account, aber kaum keine nutzt ihn strategisch für das eigene Kunstbusiness Pinterest ist kein Social Media Kanal im klassischen Sinn. Es ist eine visuelle Suchmaschine.

Menschen kommen nicht zu Pinterest, wahllos zu scrollen oder sich berieseln zu lassen. Auf Pinterest wollen sie planen, träumen und Lösungen entdecken. Sie wollen inspiriert werden und in die Umsetzung gehen, dabei geht es selten um die Person hinter dem Account, sondern um den Mehrwert, den ein Pin ihnen bietet, der als Suchergebnis angezeigt wird.

Instagram und Pinterest im direkten Vergleich

Auf Pinterest tippt jemand aktiv Suchbegriffe ein:

  • „abstrakte Kunst Wohnzimmer“
  • „Maltechnik Acryl lernen“
  • „Online Malkurs Anfänger“

Sie kommen also mit einem Ziel und einer konkreten Absicht auf die Plattform, weil sie etwas finden wollen. Wenn du als Künstlerin auf Pinterest mit deinen Angeboten präsent bist, kannst du ein Teil dieser Suchergebnisse und damit der Lösung sein.

Auf Instagram scrollt man eher ohne konkretes Ziel. Hier geht es eher um Entertainment, Ablenkung und Zeitvertreib. Produkte und Angebote tauchen eher zufällig auf, wenn sie in guten Content verpackt sind.

Für deine Marketingstrategie bedeutet das, dass du die Menschen auf Instagram und Pinterest in völlig unterschiedlichen Nutzungssituationen erreichst und sie gerade etwas ganz anderes wollen, je nachdem, wo sie unterwegs sind.

Warum Pinterest besonders für kleine Marken funktioniert

Ein entscheidender Vorteil von Pinterest: Die meisten Suchanfragen sind nicht markenbezogen. Das bedeutet, dass Menschen nicht nach bekannten Namen oder Marken suchen, sondern nach Lösungen, Ideen und Inspiration, während auf Instagram oft gezielt ein bestimmter Name in die Suchleiste eingetippt wird.

Das bedeutet, dass du gerade auf Pinterest ohne große Bekanntheit sichtbar werden kannst, denn es geht nur um die Relevanz deiner Inhalte für die jeweilige Suchanfrage, nicht um deine Followerzahl oder deinen Bekanntheitsgrad.

Pinterest als Traffic-Maschine für dein Kunstbusiness

Auf Instagram hast du einen Link in der Bio und nutzt vielleicht einen Link-Sticker in deinen Storys. Aber auf Pinterest hat jeder Pin einen Link, den du auswählst. Jeder einzelne.

Das heißt, jeder Pin kann direkt auf deinen Blog, deinen Shop, deinen Onlinekurs oder deine Newsletter-Anmeldung führen.

Ein guter Pin arbeitet für dich, während du malst, unterrichtest oder einfach mal Urlaub machst, denn die Verlinkung bringt dir über Monate und Jahre Traffic auf die hinterlegte Website.

Kunst & Brot_Blog_Banner_Der ultimative Pinterest-Guide für Künstlerinnen

Instagram und Pinterest: Kurzfristige Sichtbarkeit vs. langfristige Wirkung

Ein Instagram-Post lebt im Schnitt:

  • ca. 60 Minuten im Feed
  • maximal 24 Stunden in den Storys

Ein Pinterest-Pin:

  • durchschnittlich 3,5 Monate sichtbar
  • oft über Jahre relevant

Allerdings brauchst du auf Pinterest den deutlich längeren Atem, denn Pinterest-Content erreicht seinen Höhepunkt nicht sofort, sondern baut sich langsam auf. Erst nach monatelangem kontinuierlichen Pinnen wirst du eine Reichweitensteigerung und Klicks erkennen.

Warum Pinterest für Künstlerinnen entspannter ist

Pinterest verlangt kein tägliches Onlinesein, kein Community-Management, keine ständigen Reaktionen und kein Community Management.

Du kannst Inhalte gebündelt erstellen, vorplanen, dann automatisiert zu einem beliebigen Zeitpunkt in der Zukunft veröffentlichen.

Ein bis zwei Pinterest-Tage im Monat reichen oft aus, um auf der Plattform sichtbar und auffindbar zu sein. Für Künstlerinnen, die ohnehin viel Energie in ihre kreative Arbeit stecken, ist das oft eine große Entlastung.

Pinterest ist bewusst als positiver Raum konzipiert. Hass, Aggression und negative Kommentare finden dort quasi nicht statt und das beeinflusst auch die Kaufbereitschaft der Nutzer:innen.

Instagram oder Pinterest? Die falsche Frage

Die richtige Frage lautet: Welche Aufgabe soll welcher Kanal erfüllen?

Instagram:

  • Beziehung
  • Vertrauen
  • Persönlichkeit
  • Community

Pinterest:

  • Reichweite
  • Sichtbarkeit
  • Traffic
  • Skalierung

In einer ausgefeilten Marketingstrategie erfüllen beide Kanäle unterschiedliche Zwecke, erreichen unterschiedliche Menschen und greifen sinnvoll ineinander. Sie ergänzen sich, statt miteinander zu konkurrieren.

Was du dir merken solltest, wenn du Instagram und Pinterest nutzen willst

Instagram und Pinterest sind nicht austauschbar, sondern ergänzen sich, weil sie ganz unterschiedlich funktionieren.

Pinterest:

  • arbeitet langfristig
  • bringt konstant Traffic
  • stärkt deine Sichtbarkeit bei Google
  • braucht wenig Zeit

Instagram:

  • baut Nähe auf
  • lebt von Persönlichkeit
  • braucht Präsenz
  • verstärkt Vertrauen

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