46 – Die mit der Social Media Managerin (“Ausgesprochen selbstständig”)

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Wenn du die letzte Folge mit den Expert:innen gehört hast, dann weißt du, dass ich dort schon ziemlich ausführlich darüber gesprochen habe, wie schwer es mir fällt, gute Leute zu finden. Wobei gut natürlich immer die Frage ist, was das überhaupt bedeutet. Für mich geht es vor allem darum, Menschen zu finden, die fachlich zu mir passen und menschlich zu mir passen. Ich hatte auch darüber gesprochen, wie selten genau diese Kombination eigentlich ist.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell ein Live Beispiel für genau dieses Thema bekomme. Gleichzeitig dachte ich mir dann, das passt jetzt fast schon zu perfekt nach der letzten Folge. Es ist ein Beispiel, das mich gleichzeitig herausgefordert, enttäuscht, erstaunt und vielleicht auch ein bisschen verärgert hat. Vor allem hat es mir aber noch einmal gezeigt, wie wichtig es mir ist, ernst genommen zu werden. Es hat mir auch gezeigt, wie hoch mein Qualitätsanspruch ist und wie wenig Kompromisse ich an dieser Stelle mache.

Der Start wirkte fast zu gut

Ich mache gerade eine Art Weiterbildung, also einen Kurs. In diesem Kontext hatten wir die Möglichkeit auszuprobieren, wie es ist, mit jemandem im Social Media Management zusammenzuarbeiten. Das war wie ein Bonus. Wir sollten Unterstützung bekommen bei Strategie oder Content Feedback zum Kanal und solchen Dingen. Ich dachte mir direkt, ach, das ist ja eine coole Sache.

Ich mache ja alles allein. Ich überlege mir also selbst Strategien für meine Social Media Kanäle, nehme Content auf, schreibe Content und kümmere mich um all diese Dinge. Deshalb dachte ich, es wäre spannend, dazu mal Augen von außen zu bekommen. In der Selbstständigkeit ist man irgendwann einfach sehr in seinem eigenen Saft. Irgendwann wird man auch blind für den eigenen Kram, jedenfalls geht es mir so.

Also dachte ich: richtig gut, ich hole mir eine Expertin von außen. Das ist eine mega gute Chance. Wenn das passt, kann daraus ja vielleicht sogar langfristig eine Zusammenarbeit entstehen. Für mich war das also auch ein super Testprojekt. Ich hatte das für meine eigenen Accounts noch nie ausprobiert.

Warum ich wirklich Hoffnung hatte

Ich war selbst Social Media Managerin für andere, aber ich hatte nie selbst eine für mich. Deshalb fand ich die Vorstellung total gut, jemanden zu haben, den ich Sachen fragen kann oder von dem ich Feedback zur Außenwirkung bekomme. Gerade bei meinen eigenen Social Media Kanälen fällt es mir schwer, sie wirklich von außen zu betrachten. Wie wirkt das alles, wie kommt es an, was fehlt vielleicht, was ist zu oberflächlich, was ist unverständlich? Genau dafür schien diese Gelegenheit perfekt.

Dann bekam ich tatsächlich die Möglichkeit, mit jemandem zusammenzuarbeiten, und ich war total begeistert. Sie war deutschsprachig. Sie kam auch aus der Kunstbranche. Es hat also auf den ersten Blick einfach super gut gepasst.

Ich konnte mein Glück fast gar nicht fassen. Dann bekam ich einen Fragebogen, quasi fürs Onboarding. Der war gut aufgebaut, und ich dachte direkt: ah, super, super schön. Über einen kleinen Fehler habe ich da noch gelacht, weil dort Brot und Kunst statt Kunst & Brot stand. Ich dachte mir nur, na gut, passiert, wir sind ja wirklich ganz am Anfang dieser Zusammenarbeit.

Ein Onboarding, das mich völlig überzeugt hat

Dann hatten wir ein Onboarding Gespräch über eine Stunde, und ich war danach total begeistert. Das war wirklich gut. Alles, was sie gesagt hat, hat mir weitergeholfen. Ich fand ihre Fragen super, wir hatten eine Wellenlänge, und ich war nach diesem Gespräch voller Vorfreude. Ich dachte wirklich: Das wird geil.

Ich habe mich gesehen gefühlt. Sie war freundlich, zugewandt, sie schien richtig Ahnung zu haben. Ich dachte mir die ganze Zeit, das wird super, das wird etwas Langfristiges. Ich teste das jetzt, und vielleicht habe ich da wirklich jemanden gefunden, der mich versteht, mein Business versteht und meine Branche kennt. Es wirkte genau nach der Person, die ich gesucht hatte.

Sie hat mich gefordert, auch ein Stück aus meiner Komfortzone heraus. Genau das wollte ich. Gerade weil ich ja in der vorherigen Folge erzählt hatte, wie schwer es mir fällt, Menschen zu finden, die fachlich und menschlich zu mir passen, war ich an diesem Punkt richtig erleichtert. Ich wollte wirklich, dass das klappt.

Der erste Satz, den ich eigentlich nicht hätte ignorieren dürfen

Weil ich so voller Vorfreude war, habe ich dann schon in diesem ersten Call eine Sache ignoriert, die mich eigentlich hätte stutzig machen müssen. Es gab einen Moment, in dem ich dachte, okay, vielleicht schätzt sie mich doch nicht richtig ein. Ich wollte das aber in dem Moment nicht wirklich wahrhaben und habe es deshalb weggeschoben. Sie sagte nämlich, dass meine Preise zu hoch seien dafür, dass ich so wenig Follower habe.

Ich war erst mal einfach verwirrt. Ich dachte mir: Was hat das Ergebnis meiner Kundinnen mit meiner Followerzahl zu tun? Es fühlte sich so an, als müsste ich mehr Reichweite oder mehr Follower haben, um gute Arbeit als Business Mentorin machen zu können. Rückblickend war das eigentlich schon der Moment, in dem klar war, dass wir da auf unterschiedlichen Ebenen unterwegs sind. Oder zumindest mit einer sehr unterschiedlichen Herangehensweise.

Ich arbeite ja seit Jahren mit Künstlerinnen, die mega Erfolge haben. Ich habe Accounts von anderen auf mehrere Zehntausend Follower aufgebaut. Viele von ihnen haben mehr Reichweite als ich, weil ihnen das wichtig war. Mir halt nicht. Das sagt aber überhaupt nichts über meine Fähigkeiten als Business Mentorin aus, weil meine Arbeit nicht über viele Follower funktioniert.

Warum dieser Gedanke für mich nicht aufgeht

Ich bin keine Influencerin. Es geht bei meiner Arbeit um Positionierung, Vertrauen und Community. Genau darum geht es. Es hat also gar nichts damit zu tun, wie ich arbeite. Damals habe ich diesen Satz deshalb so eingeordnet: naja, sie weiß ja noch nicht genau, wie ich arbeite. Ich wollte einfach, dass es klappt, und habe das deshalb abgehakt.

Trotzdem war da schon dieses kleine Hm Gefühl. Sie findet meine Preise zu hoch, weil ich zu wenig Follower habe, und meine Preise haben wirklich absolut gar nichts damit zu tun, wie ich arbeite. Follower sind nur eine Möglichkeit, wie Menschen auf mich aufmerksam werden können. Mehr nicht. Das war also rückblickend schon ein ziemlich klares Warnsignal.

Trotzdem dachte ich: Na gut, schauen wir mal, was jetzt passiert. Nach diesem Onboarding Call und dem Fragebogen, den ich ausgefüllt hatte, hatte ich bereits mehrere Stunden Arbeit in diese Zusammenarbeit investiert. Ich sollte eine Social Media Strategie bekommen, die ich dann über mehrere Monate verfolgen sollte. Danach wollten wir gemeinsam auf die Ergebnisse schauen und so weiter.

Der Moment, in dem alles kippte

Ich wartete also eine Woche nach diesem Gespräch auf das Dokument. Dann bekam ich das PDF. Ich öffnete es, und innerhalb von drei Sekunden, auf der zweiten Seite, war mir klar: Das ist komplett von KI geschrieben. Komplett von künstlicher Intelligenz geschrieben. Nicht nur einzelne Absätze, nicht nur eine Seite, nicht nur ein paar Beispiele. Es war wirklich durch und durch KI.

Es waren seitenweise typische generische KI Sätze drin. Teilweise sogar Sätze, die überhaupt keinen Sinn ergeben haben. Nichts davon klang nach dem, was wir in dem Gespräch besprochen hatten. Das hat mich so irritiert. Es klang nicht nach mir. Es klang nicht nach ihr. Es klang einfach nach ChatGPT.

Das merkt man. Die Leute denken immer, das merkt niemand, auch auf Social Media in Captions oder in Skripten für Reels. Andere Geschichte, aber die Leute denken ernsthaft, das fällt nicht auf. Doch, das fällt im zweiten Satz auf. Ich benutze KI selbst viel in meinem Business, nur eben nicht für Textgenerierung. Für andere Dinge nutze ich sie sehr gern. Genau deshalb erkenne ich KI Sprache inzwischen im zweiten oder dritten Satz.

Ein Dokument voller Fehler und leerer Formulierungen

Dann standen da Formulierungen wie emotional, aber kaufbar. Was soll das bitte sein? Kaufbar ist kein Wort. Das ist kein Wort aus dem Duden, dieses Wort existiert nicht. Dann stand dort statt Heide plötzlich Helge. Das passiert ChatGPT auch öfter, dass aus meinem Namen Helge oder Heike wird. Es war aus jeder Ecke klar, dass dieses Dokument nicht sorgfältig erstellt wurde. Vielleicht wurde es nicht einmal noch mal durchgelesen, nachdem es erstellt worden war.

Da waren lauter solche Verdrehungen drin, wie sie bei KI eben passieren. An anderen Stellen stand nicht mach das und das, sondern sie soll das und das machen. Also nicht mal umformuliert, sondern einfach so, als würde sie über mich in der dritten Person reden. Sprachlich war dieses Dokument komplett daneben. Dazu kam noch dieser typische lange Gedankenstrich, der in diesem Dokument über hundert Mal vorkam.

Insgesamt waren es 107 Mal. Ich übertreibe nicht. Es war wirklich 107 Mal dieser typische ChatGPT Gedankenstrich drin. Ich saß da ehrlich gesagt ein bisschen fassungslos und dachte mir nur: Okay. Wir hatten ja nicht im Detail darüber gesprochen, wie dieses Dokument erstellt werden soll. Insofern kann sie das natürlich so machen, wie sie es für richtig hält. Trotzdem fand ich es einfach schade.

Warum mich das so getroffen hat

Ich fand alles, was sie in dem Termin gesagt hatte, so gut. Ich fand die Ideen gut. Ich fand die Punkte gut, die sie angesprochen hatte. Ich fand auch die Rückmeldungen gut zu Dingen, die ich verbessern könnte oder an denen mein Content nicht gut wirkt. Das war so vielversprechend. Dieses Dokument hatte dann aber überhaupt nichts mehr damit zu tun.

Ich habe mich gefragt, wie jemand nach so einem ausführlichen Gespräch und nach diesem Fragebogen, den ich ausgefüllt hatte, so ein Dokument abgeben kann und dann sagen kann, das sei eine maßgeschneiderte Social Media Strategie. Ich habe mich einfach nicht ernst genommen gefühlt. Es wirkte lieblos. Natürlich war das trotzdem viel Arbeit. Es hatte über 30 Seiten, und auch 30 Seiten mit ChatGPT zu generieren ist Arbeit.

Ich will gar nicht behaupten, dass es keine Arbeit gewesen wäre. Es war aber keine Arbeit, die mir irgendetwas gebracht hätte. Es war Oberfläche. Die Sätze ergaben keinen Sinn. Das hat mich wirklich getroffen. Vielleicht gerade deshalb, weil ich selbst so viel Zeit investiert hatte und weil Qualität für mich ein extrem hoher Wert ist.

Mein Anspruch an Arbeit ist nicht verhandelbar

Mein Motto ist underpromise, over deliver. Also: versprich weniger und liefere mehr. So arbeite ich. Das ist mir unglaublich wichtig. Dabei sollte es völlig egal sein, wie viele Follower ich habe, wie lange ich das schon mache oder irgendetwas in diese Richtung. Dieser Qualitätsanspruch war vom ersten Tag an da. Von Anfang an war mir wichtig, hochwertige Arbeit zu machen.

Wenn ich mit jemandem zusammenarbeite, habe ich genau diesen Anspruch auch an die andere Person. Ich habe hohe Erwartungen, das weiß ich. Ich erwarte Gründlichkeit. Ich habe auch sehr wenig Fehlertoleranz. Das ist sicher eine Schwäche, ja. Aber Flüchtigkeitsfehler und Unachtsamkeit kann ich nicht leiden.

Ein Dokument, das an eine Kundin oder einen Kunden rausgeht und in dem der falsche Vorname steht, in dem das Unternehmen falsch benannt wird und in dem Dinge verdreht werden, damit kann ich einfach nicht arbeiten. Da stand zum Beispiel nicht Artist Business Club, sondern Artist Member Club. Solche Sachen gehen für mich nicht. Das ist genau die Art von Nachlässigkeit, bei der ich innerlich sofort aussteige.

Warum ich trotzdem noch eine Chance geben wollte

Trotzdem dachte ich dann: Okay, wir haben ja noch nie miteinander gearbeitet. Das ist alles neu. Vielleicht müssen wir uns erst einruckeln. Also wollte ich der Sache noch eine Chance geben. Ich schrieb ihr eine Nachricht, bedankte mich, sagte, dass gerade auf den ersten zwei Seiten gute Anstöße enthalten seien und dass ich daraus sicher etwas mitnehmen kann. Gleichzeitig wies ich aber darauf hin, dass diese Datei sehr generisch ist und dass alle Seiten mit KI generiert wurden.

Ich schrieb auch, dass alles voll ist mit ChatGPT Formulierungen, dass vieles keinen Sinn ergibt und dass es nicht meinem Anspruch und meinen Werten entspricht. Daraufhin hat sie es abgestritten. Sie sagte, dass in diesem ganzen Dokument mit über 30 Seiten nur ein Abschnitt, also eine Seite, mit ChatGPT erstellt worden sei. Der Rest sei ihr persönlicher Schreibstil. An dieser Stelle musste ich wirklich tief durchatmen.

Ich wollte natürlich niemandem irgendetwas unterstellen. Ich wollte das auch nicht absurd werden lassen. Trotzdem wusste ich, dass das nicht stimmt. Also habe ich mir Rückmeldung von vier anderen Menschen geholt und sie um ihre Einschätzung zu diesem Dokument gebeten. Zusätzlich habe ich das Dokument auch ChatGPT selbst gegeben und um eine Einschätzung gebeten.

Sowohl diese vier anderen Leute als auch ChatGPT kamen zu dem Schluss, dass über 80 Prozent dieses Dokuments KI generiert sind. Nochmal: Es ist völlig okay, KI zu benutzen. Ich nutze auch KI in meinem Business. Das ist überhaupt nicht das Problem. Aber dann steh bitte dazu. Dann kann man ja darüber reden, ob das in dieser Form für eine Zusammenarbeit passt oder nicht.

Der Punkt, an dem Ehrlichkeit wichtiger wurde als Harmonie

Sie hätte auch sagen können: Das ist alles, was im Rahmen dieser kostenlosen Zusammenarbeit möglich ist. Oder irgendetwas in diese Richtung. Stattdessen kam nur: Nein, das stimmt nicht, was du sagst. Ab da habe ich mich nicht mehr ehrlich behandelt gefühlt. Ehrlichkeit ist für mich aber ein enorm hoher Wert. Ehrlichkeit ist mir wirklich wichtig.

Danach ging es weiter damit, dass mir irgendwie die Verantwortung zugeschoben wurde. Es hieß dann sinngemäß, dass sie ja jetzt so viel Zeit investiert habe und ich das nun nicht einfach wegwerfen könne. An diesem Punkt habe ich die Zusammenarbeit beendet. Ich dachte mir: Offensichtlich passen unsere Werte und unsere Art zu arbeiten einfach nicht zusammen. Also schrieb ich eine sehr professionelle, sehr wertschätzende Nachricht und beendete die Zusammenarbeit.

Ich erklärte, dass diese Art zu arbeiten einfach nicht meiner entspricht. Fertig. Natürlich hat mich das total aufgewühlt. Es hat mich wirklich stark beschäftigt. Es fiel mir auch schwer, weil ich wertschätzen wollte, dass da Zeit hineingeflossen ist. Ich habe gesehen, dass da Zeit drinsteckte. Ich will niemanden verletzen. Ich will fair sein. Das ist mir sehr wichtig.

Warum ich es trotzdem beenden musste

Gleichzeitig wusste ich, dass ich nicht mit gutem Gewissen weitermachen kann, wenn ich das jetzt einfach so stehen lasse. Wenn ich das runterschlucke und mir sage: naja, passt schon. Dann handle ich gegen meine Werte. Ich habe mir so viel aufgebaut, und so viel davon basiert auf Ehrlichkeit. Das ist für mich essenziell. Genau deshalb kann ich nicht sagen, ich stehe für Authentizität und Ehrlichkeit, und gleichzeitig mit jemandem zusammenarbeiten, für den das offensichtlich an dieser Stelle nicht denselben Stellenwert hat.

Es war wirklich fürchterlich unangenehm. Aber es war notwendig. Ich habe es ganz höflich, wertschätzend und sehr klar gemacht. Danach kam natürlich noch eine enttäuschte Nachricht zurück, auch ein bisschen beleidigt, mit Unverständnis und so weiter. Egal. Ich habe es für mich dann auf eine gute Weise zum Abschluss gebracht.

Trotzdem war es richtig hart. Dieses Gefühl hatte ich zuletzt, als ich noch angestellt war im Sales, also vor viereinhalb Jahren. Damals musste ich ab und zu Leute entlassen. Darin bekommt man irgendwann ein bisschen Übung, aber es bleibt unangenehm. Genau daran hat es mich erinnert. Es war unangenehm, es war notwendig, ich habe es überlebt, und es war kein Weltuntergang.

Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme

Ich habe aus dieser Geschichte aber viel mitgenommen, und daran halte ich mich fest. Erstens habe ich jetzt eine Podcast Episode. Zweitens habe ich daraus tatsächlich einiges gelernt. Zum Beispiel: Wenn in einem Gespräch, ganz egal in welchem Kontext, jemand meine Preise oder die Preise von irgendjemand anderem über die Followerzahl definiert, dann ist das für mich ab sofort ein rotes Tuch. Da werde ich hellhörig.

Denn die Preise, die wir aufrufen können, haben bis auf wenige Ausnahmen, etwa im Influencer Marketing, nicht besonders viel mit unserer Zahl auf Instagram zu tun. Das nächste rote Tuch ist für mich, wenn jemand etwas als maßgeschneidert verkauft und im zweiten Satz schon ChatGPT herauszulesen ist. Noch ein rotes Tuch ist es, wenn dann die Verantwortung weggeschoben wird. Oder wenn kommt: Aber ich habe doch viel Zeit investiert, ich habe mir doch Mühe gegeben. Wenn das Ergebnis nicht passt, dann passen wir nicht zusammen.

Ich werde in Zukunft noch stärker auf meine Intuition hören. Wenn ich schon in einem frühen Stadium einer Zusammenarbeit denke, da könnte es vielleicht nicht passen, der Rest aber zu gut klingt, um wahr zu sein, und ich deshalb diese Irritation ignoriere, dann werde ich das künftig nicht mehr tun. Grenzen setzen ist manchmal echt beschissen. Es ist nicht glamourös, es macht Bauchschmerzen, es nervt und es ist anstrengend. Aber ich glaube, es tut sehr viel länger weh, wenn man es nicht tut.

Hohe Ansprüche sind erlaubt

Ich glaube wirklich, mir würde es heute schlechter gehen, wenn ich dieses Pflaster nicht abgezogen hätte. Genau das ist die Geschichte darüber, wie vielversprechend etwas aussehen kann und wie wichtig es dann trotzdem ist, ganz genau hinzuschauen. Oder notfalls die Richtung noch einmal zu ändern. Denn ich glaube, es ist so wichtig, dass wir uns ernst genommen fühlen in dem, was wir tun. Im privaten Umfeld, aber im Business Kontext erst recht.

Vielleicht hast du auch schon einmal so eine Erfahrung gemacht und musstest etwas beenden. Eine Zusammenarbeit, eine Kooperation oder irgendetwas in diese Richtung. Dann kannst du vermutlich nachvollziehen, dass da ganz viele Ebenen mitschwingen. Am Ende war es für mich befreiend, weil ich eben nicht mehr das Gefühl hatte, dass wir überhaupt zusammenkommen. Gleichzeitig fiel es mir super schwer, weil ich eigentlich jemand bin, der Menschen unzählige Chancen geben möchte.

Ich möchte andere auch unterstützen, wenn sie sich etwas aufbauen. Ich will ja nicht im Keim ersticken, was gerade neu entsteht. Ich habe ihr dann auch gesagt, dass ich weiß, dass mein Feedback wahrscheinlich nicht das Feedback ist, das sie sich für ihre Website oder etwas in dieser Richtung erhofft hatte. Vielleicht ist es aber genau deshalb ein Feedback, das ihr umso mehr hilft. Das kann ich nur hoffen.

Was für mich in der Zusammenarbeit nicht verhandelbar ist

Ich werde jedenfalls an meinen Werten festhalten. Ich werde an meinen Standards und an meinen Ansprüchen festhalten, auch wenn sie manchmal absurd hoch sind. Übrigens auch an mich selbst. Aber sonst kann ich nicht mit einem guten Gefühl mit Kunst & Brot durch die Welt marschieren, meine Arbeit machen und wirklich dafür stehen. Deshalb darfst auch du hohe Ansprüche haben.

Gerade in Zusammenarbeit dürfen diese Ansprüche da sein. Fehler dürfen trotzdem passieren. Fehler sind super, denn aus Fehlern lernen wir. Ich habe gelernt, Fehler als etwas Wertvolles anzusehen. Respekt, Achtsamkeit und Gründlichkeit sind für die Arbeit mit mir allerdings nicht verhandelbar. Da kann ich nicht aus meiner Haut. Ehrlich gesagt will ich das auch gar nicht.

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