Authentisch verkaufen: So vermarktest du deine Kunst, ohne dich wie eine aufdringliche Vertreterin zu fühlen

„Ich will ja verkaufen … aber bitte nicht so.“

Diesen Satz höre ich von Künstlerinnen ständig und ich kann ihn so gut nachvollziehen.

Denn für viele selbstständige Künstlerinnen fühlt sich authentisch verkaufen nicht nach Selbstverwirklichung an, sondern nach Bauchschmerzen und Überwindung. Sie spüren dann dieses innere Ziehen, wenn man eigentlich etwas posten müsste, aber dann doch wieder nur ein Werk zeigt ohne aktive Kaufaufforderung, ohne Einladung, ohne klaren nächsten Schritt oder Link zum Onlineshop.

Verkaufen wird mit Aufdringlichkeit verwechselt, weil wir uns an diese nervigen Vertreter erinnern, die einem früher schon mal etwas „angedreht“ haben, das man weder wollte noch brauchte.

Kein Wunder also, dass viele Künstlerinnen lieber gar nicht verkaufen, als sich so zu fühlen.

Das Problem dabei: Ohne Verkauf kein Umsatz und ohne Umsatz kein erfolgreiches Business, keine Chance von deiner Kunst leben zu können.

Wenn du diese Gedanken und Gefühle kennst, hab ich gute Nachrichten für dich:

Authentisch verkaufen hat nichts mit Aufdringlichkeit, Manipulieren oder Nerven zu tun.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deine Kunst vermarktest, ohne dich zu verbiegen und wie es dir gelingt, mit Leichtigkeit mehr zu verkaufen statt weniger.

Warum sich authentisch verkaufen für Künstlerinnen so schwer anfühlt

Zuerst müssen wir über eine wichtige, grundlegende Sache sprechen, die oft übersehen oder vergessen wird:

Die meisten Künstlerinnen haben nie gelernt, Verkaufen als etwas Neutrales oder sogar Positives zu sehen. Stattdessen schleppen sie einen ganzen Rucksack voller Glaubenssätze mit sich herum:

  • „Ich will niemanden nerven.“
  • „Gute Kunst verkauft sich von selbst.“
  • „Über Geld spricht man nicht.“
  • „Wenn ich oft über meine Angebote spreche, wirke ich unsympathisch.“
  • „Andere können das besser als ich.“

Dazu kommt der Druck auf Social Media und die Gefahr, sich ständig zu vergleichen.

Instagram ist voller perfekt inszenierter Accounts. Künstlerinnen vergleichen sich, sehen scheinbar mühelosen Erfolg bei anderen und ziehen still den Schluss: Ich bin dafür einfach nicht gemacht. Mir liegt das Verkaufen nicht. Dabei übersehen sie, dass sie nur die Ergebnisse sehen, und nicht den Weg. Sie sehen Reichweite oder Umsatz, aber nicht die Strategie dahinter. Vor allem sehen wir von außen fast nie die Phasen des Zweifelns, des Lernens und des Ausprobierens oder sogar Scheiterns.

Authentisch verkaufen zu können ist kein angeborenes Talent. Es ist ein Handwerk, das man lernen kann.

Authentisch verkaufen beginnt nicht deiner Persönlichkeit

Viele denken beim Thema Marketing sofort an Contentpläne, Reels, Hooks und Reichweite. Dabei ist das nur ein kleiner Teil und darunter liegt etwas viel Wichtigeres: Deine innere Haltung zum Verkaufen.

Solange du glaubst, dass Verkaufen etwas Peinliches oder Schlechtes ist, wirst du es unbewusst vermeiden. Du wirst Angebote „nebenbei“ erwähnen (wenn überhaupt), Preise nicht nennen oder hoffen, dass irgendwer schon von alleine fragt.

Authentisch verkaufen bedeutet nicht, weniger sichtbar zu sein oder dich zu verstecken. Es bedeutet, ehrlicher sichtbar zu sein, auf deine Art, ganz individuell.

Das beginnt mit dieser unbequemen Wahrheit:

Wenn niemand weiß, dass man deine Kunst kaufen kann, ist das kein Zeichen von Bescheidenheit, sondern von fehlendem Geschäftssinn.

Du nimmst niemandem etwas weg, wenn du deine Kunst oder deine Kurse verkaufst. Du gibst Menschen die Möglichkeit, sich bewusst für deine Kunst und einen kreativen Alltag zu entscheiden.

Sei authentisch, wenn du deine Kunst verkaufst, nicht neutral und austauschbar

Authentisch verkaufen heißt nicht, alles zu zeigen oder jede private Emotion ins Internet zu kippen, aber es bedeutet, es auf deine Art und mit deiner Persönlichkeit zu tun.

Wenn du nur das fertige Werk zeigst, aber nie darüber sprichst,

  • warum es entstanden ist
  • was dich dabei bewegt hat
  • wofür du stehst
  • für wen diese Kunst gedacht ist

dann nimmst du deiner Arbeit die Einzigartigkeit, die sie eigentlich ausmacht.

Menschen kaufen keine Leinwand. Sie kaufen Bedeutung, Identifikation und Verbindung. Das ist dein Vorteil, denn dadurch wird authentisch verkaufen leichter, denn du musst niemanden überzeugen oder etwas jemandem etwas “aufquatschen”. Du darfst erzählen, deine Meinung teilen, deine Werte sichtbar machen und die Menschen mit auf deine Reise als Künstlerin nehmen.

Authentisch verkaufen auf Instagram: Beziehung vor Reichweite

Instagram frustriert viele Künstlerinnen. Sinkende Reichweiten, wechselnde Formate, ständig neue Regeln und dadrüber vergessen sie, dass Instagram kein Onlineshop ist, sondern ein Social Media Kanal, bei dem es um zwischenmenschliche Beziehungen geht.

Wenn du Social Media nur nutzt, um ab und zu etwas zu posten und dann hoffst, dass jemand kauft, wird sich Verkaufen immer schwer anfühlen.

Authentisch verkaufen auf Instagram heißt:

  • Prozesse zeigen statt nur Ergebnisse
  • Gedanken teilen statt nur Ästhetik
  • Werte zeigen statt Oberflächlichkeiten

Zeig dein Atelier, unfertige Arbeiten, Zweifel, Entscheidungen und Umwege, um Nähe zu schaffen. Je menschlicher und nahbarer du wirkst, desto weniger fühlt sich das Verkaufen wie das Verkaufen an, das du eigentlich doof findest.

Warum du nicht „mehr posten“, sondern authentisch verkaufen und eindeutig kommunizieren musst

Viele Künstlerinnen glauben, sie müssten mehr Content machen, um mehr zu verkaufen, aber in Wahrheit fehlt oft etwas anderes:

Eindeutigkeit.

  • Was genau bietest du an?
  • Für wen ist es gedacht?
  • Welches Problem löst es?
  • Warum sollte man es jetzt kaufen und nicht irgendwann?

Authentisch verkaufen bedeutet, klare Botschaften zu formulieren und sie zu kommunizieren.

Unklare Kommunikation fühlt sich für dich vielleicht höflich an, aber für potenzielle Kund:innen ist sie anstrengend. Menschen kaufen, wenn sie verstehen, worum es geht und was für sie drin ist. Nicht, wenn sie raten müssen.

Schaffe als Künstlerin ein Erlebnis, nicht nur ein Produkt

Ein Bild an der Wand ist schön. Ein Kunstwerk mit Geschichte ist unvergesslich.

Authentisch verkaufen wird für Künstlerinnen leicht, wenn der Kauf mehr ist als ein Tausch von Geld gegen ein Objekt, sondern eine echte Verbindung ermöglicht.

Das kann ganz unterschiedlich aussehen:

  • Ein Live-Launch, bei dem du neue Werke vorstellst
  • Ein Einblick in die Entstehungsgeschichte
  • Limitierte Editionen
  • Persönliche Worte beim Versand
  • Ein gemeinsamer Moment, ein digitales Event, ein Ritual

Menschen erinnern sich an Erlebnisse, Gefühle und Veränderungen, nicht an Produktbeschreibungen. Wenn sich der Kauf besonders anfühlt, musst du nicht drängen, denn dann wollen Menschen bei dir kaufen und ein Teil deiner Welt sein.

Authentisch verkaufen heißt auch: Du musst nicht alles allein machen

Viele Künstlerinnen haben das Gefühl, sich ganz allein durchschlagen zu müssen. Dabei ist die Vernetzung mit anderen einer der unterschätztesten Marketinghebel überhaupt.

Verbünde dich mit:

  • anderen Künstlerinnen
  • kreativen Unternehmerinnen
  • passenden Marken
  • Menschen mit ähnlichen Werten

Authentisch verkaufen funktioniert besser in Gemeinschaft, weil Vertrauen übertragbar ist und weil Empfehlungen eine besonders starke Wirkung haben. Auch deine Sichtbarkeit steigt signifikant. wenn man sich gegenseitig stärkt.

Positionierung: Der Teil, den viele vermeiden und später bereuen, wenn sie authentisch verkaufen wollen

„Ich will mich nicht festlegen.“ Dieser Satz ist verständlich, aber er hält dich zurück und blockiert deinen Umsatz. Ohne klare Positionierung wird authentisch verkaufen fast unmöglich. Denn wenn du alle ansprechen willst, fühlt sich jedes Verkaufsangebot beliebig an und niemand weiß, dass er bei dir richtig ist.

Dich klar zu positionieren und deine Positionierung auszuarbeiten heißt nicht, dich einzuengen.

Eine Positionierung beantwortet die wichtigsten Fragen und macht es dir einfacher, deine Zielgruppe zu erreichen.

  • Wofür stehst du?
  • Was ist typisch für deine Arbeit?
  • Wen willst du bewusst nicht ansprechen?

Je klarer du bist, desto weniger musst du erklären und desto stimmiger fühlt sich dein Marketing an, für dich und für andere.

Deine Leidenschaft sichtbar machen ohne dich zu rechtfertigen

Deine Begeisterung ist dein stärkstes Verkaufsargument und sie ist ansteckend.

Wenn du selbst nicht überzeugt bist, dass deine Kunst wertvoll ist, wird es niemand anderes für dich übernehmen. Authentisch verkaufen bedeutet auch, aufzuhören, sich klein zu machen.

  • Deine Preise machen dich nicht angreifbar.
  • Deine Angebote sind keine Belästigung.
  • Deine Sichtbarkeit ist keine Zumutung.

Du darfst als Künstlerin Raum einnehmen, du darfst gesehen werden und du darfst verkaufen ohne dich wie ein aufdringlicher Vertreter zu fühlen.

Warum „nicht verkaufen wollen“ oft Angst vor Sichtbarkeit ist

Hier ein Gedanke, der unbequem ist, aber wichtig: Viele Künstlerinnen sagen, sie wollen nicht verkaufen, weil es ihnen nicht liegt. In Wahrheit haben sie Angst, sichtbar zu werden und ihre Angebote zu zeigen.

Denn Verkaufen bedeutet:

  • Stellung beziehen
  • bewertet werden
  • ein Nein aushalten
  • Verantwortung für den eigenen Erfolg übernehmen

Authentisch verkaufen heißt nicht, keine Angst zu haben oder alles zu wissen. Es bedeutet lediglich, trotzdem loszugehen.

Authentisch verkaufen ist ein Prozess und will gelernt und geübt werden

Es gibt keinen magischen Satz, der plötzlich alles leicht macht, denn wie jedes Handwerk gehört zum Verkaufen viel Übung, Ausprobieren und Lernen:

  • Deine Haltung klären
  • Deine Sprache finden
  • Regelmäßig über deine Arbeit sprechen
  • Angebote sichtbar machen
  • Vertrauen aufbauen, auch in dich selbst

Wenn es dir schwerfällt,

  • über deine Kunst zu sprechen
  • regelmäßig sichtbar zu sein
  • Angebote klar zu benennen
  • dich dabei wohlzufühlen

dann fehlen Struktur, Basiswissen und die richtigen Worte.

Genau dafür habe ich mein Workbook „Mach Kunst & sprich darüber“ entwickelt. Es hilft dir, über deine kreative Arbeit zu sprechen, ohne dich wie eine Verkäuferin zu fühlen und als Künstlerin trotzdem erfolgreich zu verkaufen.

👉 Hier findest du das Workbook

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