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Mehr InformationenFalls du schon mal in einem meiner Livestreams oder Master Classes oder Kurse warst, dann kennst du bestimmt von mir den Satz „Disclaimer: keine juristische Beratung.“ Das liegt daran, dass ich keine Anwältin bin, keine Steuerberaterin bin, aber natürlich bekomme ich trotzdem Fragen aus diesen Bereichen, weil ich Kunstbusiness begleite und Künstlerinnen dabei begleite, eine Selbstständigkeit aufzubauen oder auf ein neues Level zu bringen. Natürlich tauchen da immer wieder juristische und steuerrechtliche Fragen auf, wie bei mir auch. Ich beschäftige mich viel zu viel meiner Zeit mit juristischen Themen, und weil ich das mache, habe ich mich natürlich auch in viele Themen eingearbeitet. Ich habe außerdem eine wunderbare Anwältin, die mich unterstützt, wenn es um Datenschutzthemen geht, aber auch AGBs oder allgemeine Fragen, bei denen ich völlig verloren bin, weil sich ja auch jeden Tag irgendwas ändert. Nun habe ich diese Unterstützung, nun hole ich mir diese Information und ich arbeite mich in all diese Themen ein, weil ich auch neugierig bin und es immer alles hyperkorrekt machen will. Trotzdem zögere ich immer, wenn ich Fragen aus diesen Bereichen bekomme, weil ich erstens überhaupt keine Berechtigung habe, in diesen Bereichen zu beraten, und deswegen tunlichst die Finger davon lasse. Aber zum anderen bin ich auch immer sehr ambivalent bei diesen rechtlichen Themen, was an Informationen, Tipps oder Hinweisen ich geben könnte. Was ist hilfreich und was ist schlichtweg Panikmache?
Ich hasse es wirklich. Ich hasse es abgrundtief, wenn andere von der Angst anderer profitieren. Das Beispiel, was mich in den absoluten Wahnsinn treibt, ist die ganze Geschichte rund um die rechtssichere Nutzung von Musik auf Instagram. Das war ja mal ein Jahr lang oder so wirklich das Panikthema Nummer 1. Aber es wird auch bis heute gerne von sogenannten Instagram-Coaches ausgeschlachtet, und dann wird da irgendein Webinar für 99 € angeboten mit irgendwelchen Horrorgeschichten, wie sie Abmahnungen bekommen haben über 25.000 €, bis dann irgendwann ganz klein unten in der Caption steht, dass das natürlich nur ein Rück war, nur ein Beispiel war, nur um Aufmerksamkeit zu generieren, und dass das sogar nicht wirklich passiert ist. Aber genauso hätte es sein können. Diese Panikmache mit Rechtsthemen macht mich wahnsinnig, weil es geht nur darum, Profit zu machen mit etwas, wovor Menschen Angst haben.
So gibt es eben online ganze Anwaltskanzleien und Online-Beratungen, die nur davon profitieren zu behaupten, wie viele ihrer Mandanten in letzter Zeit abgemahnt wurden und wie sie denen jetzt helfen müssen. Ob das alles stimmt oder nicht, weiß kein Mensch, aber es funktioniert natürlich, weil wir alle Angst davor haben, was falsch zu machen, weil es undurchsichtig ist, weil es ein Dschungel ist, weil sich jeden Tag irgendwas ändert. Das ist frustrierend und es macht Angst. Mir auch, ich bin da auch verunsichert und bin froh, wenn ich irgendwo Orientierung finde. Gleichzeitig weiß ich, dass viele, die sogenannte Orientierung versprechen, vor allem Profit damit machen wollen und deswegen die Dinge vielleicht schlimmer schildern, als sie wirklich sind, und mit Sprache arbeiten, die Panik auslöst. Das widerspricht mir sehr.
Deswegen bin ich immer unsicher, inwieweit ich juristische Themen, rechtliche Themen, Datenschutzthemen ansprechen sollte, weil es hilfreich sein könnte, überhaupt mal davon zu hören. Mein allererster Livestream auf Instagram ist tatsächlich über 4 Jahre her und war zum Thema Verpackungsgesetz und Verpackungslizenzen, weil ich durch Zufall darauf gestoßen bin, dass ich, wenn ich ein Business habe und in diesem Kontext Dinge verschicke, zum Beispiel Kunstwerke oder Prints, die Verpackungen dafür lizenzieren muss. Dann habe ich mich da eingearbeitet, weil ich so überrascht war, dass das zu keinem Zeitpunkt einmal irgendjemand erzählt hatte, und habe eine Umfrage gemacht auf Instagram. Damals hatte ich ja noch eine super kleine Community, und 90% der Leute hatten noch nie von diesem Gesetz gehört, obwohl sie teilweise seit 10 Jahren selbstständig waren. Also habe ich einen Livestream gemacht auf Instagram, kostenlos, weil ich der Meinung bin, mit Panikmache will ich kein Geld verdienen, und habe einfach mal das geteilt, was ich rausgefunden und erarbeitet habe. Kein juristischer Anspruch, ich darf natürlich keine rechtliche Beratung anbieten, will ich auch gar nicht, von nichts könnte ich weiter entfernt sein. Aber damals hatte das so viel Resonanz. Dieses Video ging irgendwie 40 Minuten und ist ein Jahr später immer noch geteilt worden. Bis heute gucken Leute sich das an, zum Thema Verpackungslizenz, weil es nirgendwo gesammelte Informationen gibt. Wenn du dich selbstständig machst, kriegst du keine E-Mail, in der steht herzlichen Glückwunsch, Sie sind selbstständig, bitte passen Sie auf, dass Sie nicht gegen diese Gesetze verstoßen. Das tut keiner. Du bist für alles selber verantwortlich, und es gibt auch keinen Newsletter mit „herzlichen Glückwunsch, das hat sich alles diesen Monat geändert, bitte passen Sie Ihre Website, Ihren Online-Shop, was auch immer, entsprechend an.“ Diese Informationen bekommst du nicht einfach so in dein Postfach. Also denke ich mir, wenn ich von solchen Informationen höre, wäre es ja vielleicht gut, darüber zu informieren. Aber wie mache ich das, ohne Panik zu machen, und wie mache ich das, obwohl ich natürlich nicht alle Tipps und Infos geben kann, weil ich nicht beraten darf.
In dem Bereich sage ich also nur: Achtung, Achtung, hier kommt eine Neuerung, bitte beschäftige dich damit. Gleichzeitig sind ja auch nicht alle Neuerungen für alle relevant, aber sie sorgen erst mal bei allen für Verunsicherung, und das will ich eben nicht. Wie gehe ich also damit um? Ich habe noch keine perfekte Antwort darauf und mache es jetzt meistens so, dass ich, wenn ich Nachrichten zu bestimmten Themen bekomme, sie aufgreife. Also manchmal bekomme ich Nachrichten dazu, dass Künstlerinnen immer noch verunsichert sind, was sie jetzt für Musik auf Instagram benutzen können, ohne Angst vor einer Urheberrechtsverletzung haben zu müssen. Wenn ich solche Nachrichten bekomme, merke ich: OK, zu dem Thema könnte ich noch mal was sagen, weil die Lösung total einfach ist. Dann mache ich Content dazu oder schreibe Newsletter dazu oder schreibe einen Blogartikel dazu, um diese Angst relativ simpel zu nehmen, weil es eben kein Hexenwerk ist. Dann gibt es eben Themen, die auftauchen, weil sie irgendeine Neuerung sind, von der irgendjemand irgendwo gehört hat. Dann beschäftige ich mich damit, wenn es ein Thema ist, das ich mir zutraue. Als zum Beispiel dieses Fernunterrichtsgesetz kam, hatten natürlich viele Künstlerinnen Fragen dazu, aber ich bin keine Expertin dafür.
Bei manchen Sachen weiß ich es einfach, weil ich mich damit beschäftigt habe, einen großen Wissensdurst habe und es mir auch leicht fällt, diese Dinge zu verstehen und zu durchschauen. Ich lese komplette AGBs und verstehe das. Es gab mal die Panik, was CapCut mit unserem Content macht, und dass man CapCut jetzt nicht mehr für Videoschnitt benutzen soll, und so weiter und sofort. Also habe ich mich damit beschäftigt, ich habe die AGBs von CapCut gelesen, die Stellungnahme von CapCut, statt nachzuplappern, was irgendwelche Leute auf Instagram als Clickbait sagen. Das macht mir Spaß, mir macht es auch Spaß, das auseinanderzunehmen. Aber ich werde mich natürlich nicht hinstellen und irgendjemandem rechtssichere Tipps geben oder die Datenschutzerklärung für jemanden prüfen oder so was, weil das ist ganz weit von dem entfernt, was ich kann und wie ich arbeite. Aber beim Business-Aufbau sind juristische Themen, Datenschutzthemen, Verbraucherschutzthemen immer wieder auf der Tagesordnung. Deswegen ist es schon gut, dass ich einen groben Überblick habe und im Zweifelsfall Leute habe, an die ich verweisen kann, weil ich weiß, dass die Ahnung in dem Bereich haben. Meine Steuerberaterin, meine Anwältin. Das ist natürlich gut, solche Leute in der Hinterhand zu haben, bei denen ich hundertprozentig weiß, die machen eine gute Arbeit, die arbeiten nicht mit Panikmache, die entsprechen meinen Werten. Dann kann ich die Leute dahin schicken, wenn ich nicht weiter weiß oder keinen Tipp geben kann.
Dann denke ich mir manchmal bei meinem Newsletter, da gebe ich ja gerne auch mal so ein bisschen tiefere Tipps, und dann frage ich mich, macht es da Sinn, auf solche Neuerungen hinzuweisen? Dann kann sich jede Person selber damit beschäftigen. Aber gleichzeitig merke ich bei mir, wenn ich irgendwo rausfinde, dass sich schon wieder was ändert und dass ich meine Website umbauen muss oder irgendein Button nicht mehr so sein darf oder irgendein Prozess nicht mehr verbraucherschutzkonform ist, was das mit mir macht, wie sehr mich das verzweifeln lässt und wie nah es mich jedes Mal an den Punkt bringt, einfach alles abzumelden. Wirklich, bei jeder neuen Regelung fühlt es sich so an, als wäre das jetzt der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Und dann will ich nicht zu denen gehören, die diese Tropfen in der Welt verteilen, indem sie zum Beispiel im Newsletter auf diese Neuerungen hinweisen. Aber es ist auch wichtig, die zu kennen.
Das widerspricht mir extrem. Also macht es Sinn, zum Beispiel einen Newsletter über eine neue Verordnung zu schreiben, wenn es mich selbst jedes Mal in den Wahnsinn treibt und ich meine Selbstständigkeit abmelden möchte, wenn es eine neue Verordnung gibt, oder ist es hilfreich, davon zu wissen, auch wenn man dann irgendwie damit alleine ist? Das war so, als vor einem Jahr eingeführt wurde, dass Websites barrierefrei sein müssen. 1.000 Nachrichten, ich war sogar in einer IHK-Schulung dazu, um das zu verstehen, und am Ende gibt es ein Plugin für WordPress, mit dem man das machen kann. Aber das sagt dir keiner. Alle sagen nur: Achtung, Achtung, deine Website muss von heute auf morgen barrierefrei sein. Was das genau bedeutet und wie du das hinbekommst, ist aber dein Problem. Aber Panik, Panik, wenn sie das nicht ist, drohen dir Strafen. Panik ohne Antwort, das finde ich schrecklich. Jetzt kommt im Juni ein neuer Widerrufsbutton, den ich jetzt kenne und umsetzen muss. Dann kam diese Produktsicherheitsverordnung, dann kam dieses Fernunterrichtsgesetz, es ist ja jeden Tag irgendwas Neues. Also halte ich euch da auf dem Laufenden, obwohl das eigentlich mit meinem Business, wo ich Vertrieb und Marketing für Künstlerinnen beibringe, nichts zu tun hat. Das hat mit Kunst & Brot im engeren Sinne eigentlich nichts zu tun, aber es ist eben Teil der Selbstständigkeit und es sind Themen, die mich in meiner Selbstständigkeit bewegen und sicher auch selbstständige Künstlerinnen bewegen. Ich habe die Schnauze voll von dieser Panikmache und diesem Clickbait auf Instagram oder auch auf Websites, wenn man danach googelt, wird nur mit Angst gearbeitet. Dieses angstbasierte Marketing finde ich schrecklich. Also denke ich mir, vielleicht kann ich ja irgendwie so was wie ein Gegenpol sein, indem ich klarmache, dass es nicht so dramatisch ist oder relativ einfach zu lösen ist, ohne dass man ein 99-€-Webinar buchen muss, wenn die Antwort ein Satz ist.
Ja, da bin ich ambivalent, ich habe keine Lösung, einen Tag mache ich so, einen Tag mache ich so. Vielleicht kannst du mir sagen, was du dir wünschen würdest, denn ich werde niemals Rechtsberatung anbieten oder steuerrechtliche Beratung oder juristische Unterstützung oder so. Das hat ja gar nichts mit dem zu tun, was ich kann und mache. Aber würdest du trotzdem von mir wissen wollen, wenn mir so eine Neuerung über den Weg läuft? Kein Anspruch auf Vollständigkeit, ich kriege auch nicht jede Neuerung mit, die meisten kriege ich durch puren Zufall mit. Würdest du wissen wollen, wie ich das löse, auch wenn es vielleicht nicht die Lösung ist, die für deinen individuellen Fall die Beste ist? Würde es dir trotzdem helfen, oder würdest du dich nur noch mehr verunsichern? Es wäre gut für mich, so was zu wissen, weil ich gerade bei so Sachen wie Newsletter oder Blogartikeln natürlich immer ein bisschen in die Lehre spreche und nicht genau weiß, was davon hilfreich ist und was davon vielleicht eher negative Gefühle auslöst, denn das möchte ich natürlich auf gar keinen Fall. Ich möchte hilfreich sein, ich möchte einen Unterschied machen, und zwar im besten Sinne. Deswegen würde ich mich freuen, wenn du mir schreibst, per E-Mail oder hier als Kommentar auf Instagram, was auch immer dein bevorzugter Weg ist, was deine Gedanken dazu sind und was dir helfen würde, weil dann kann ich das berücksichtigen und zum Beispiel so entscheiden, ob ich über diesen neuen Widerrufsbutton einen Newsletter schreibe.



