Kunst & Brot - Heide Röger - Alles für dein Kunstbusiness als erfolgreiche selbstständige Künstlerin, die Geld mit ihrer Kunst verdient

68 – Die ohne Lust auf Instagram („Ausgesprochen selbstständig“)

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In meiner Community frage ich ja immer wieder nach Themenwünschen, zum Beispiel hier für den Podcast oder auch für die Ma(h)lzeit. Das ist der Livestream, den ich jeden Mittwoch um 12:00 Uhr auf Instagram mache, und es ist für mich immer wertvoll, wenn ich Themenwünsche für diese Formate bekomme. Weil ich dann sicherstellen kann, dass die Inhalte auch einen Mehrwert haben und die aktuellen Sorgen oder Herausforderungen meiner Community behandeln, denn deswegen mache ich ja diese ganzen Sachen. Ich will ja vor allem, dass es hilfreich ist. Also habe ich neulich nach Themenwünschen für die Ma(h)lzeit gefragt, für diesen Instagram-Livestream jeden Mittwoch. Eine Künstlerin hat sich als Thema für diesen Livestream gewünscht, dass ich mal darüber spreche, was der Unterschied ist zwischen Instagram als Marketingkanal und Instagram als Kanal für Content Creator oder Influencer. Sie wollte wissen, was da die Unterschiede sind, und ich habe dieses Thema aufgenommen, aber ich habe ihr in einem Anflug von Spontanität auch geantwortet, dass ich ehrlich gesagt so oft keinen Bock mehr auf Instagram-Themen habe. Dann haben wir beide kurz darüber gelacht, und sie hat sich eine Podcast-Folge darüber gewünscht, in der ich darüber spreche, warum ich gerne weniger Instagram-Themen bespielen würde, weniger über Instagram reden möchte, obwohl ich ja Instagram als Hauptmarketingkanal habe und die Mahlzeit auf Instagram stattfindet. Das klingt ein bisschen paradox, deswegen gibt es hier diese Podcast-Folge, in der ich darüber rede, warum ich gerne weniger über Instagram reden würde.

Ein gutes Beispiel ist, dass ich neulich ein Erstgespräch für eine 1:1-Begleitung hatte, also für ein Mentoring über mehrere Monate, und die Künstlerin in dem Erstgespräch war ganz überrascht, als wir über mögliche Themen für das Mentoring gesprochen haben. Sie dachte, dass ich Künstlerinnen vor allem rund um Instagram berate und begleite, also um Instagram als Marketingkanal. Sie hatte mich über Instagram gefunden und dort meine Inhalte konsumiert und hatte deswegen gar nicht auf dem Schirm, dass ich vor allem eine Marketing- und Vertriebsexpertise habe und Instagram da nur eine von vielen Möglichkeiten ist. Das hat mich schon getroffen. Gleichzeitig kann ich es nachvollziehen, denn natürlich, wenn jemand mich über Instagram findet und meinen Content dort anschaut, geht es da viel um Instagram. Das ist ganz klar, denn gerade auf Instagram bekomme ich viele Fragen zu Instagram. Weil ich Fragen immer beantworten möchte, spreche ich dann auf Instagram über Instagram, und dann bekomme ich mehr Fragen zu Instagram, weil ich Tipps und Infos rund um Instagram teile. So verstärkt sich das immer wieder selbst und führt dazu, dass ich sowohl in meinen Posts als auch in der Mahlzeit immer wieder über Instagram als Plattform und als Marketingkanal spreche, was ja auch Sinn macht, denn es ist ein sinnvoller Marketingkanal und ein Kanal, den viele nutzen.

Wenn Leute mich über Instagram finden, sind sie in der Regel auch selbst dort aktiv. Ich als Heide bei Kunst & Brot habe aber viel mehr Spaß daran, ein funktionierendes Business mit Künstlerinnen aufzubauen, als einen Instagram-Account zu bespielen. Instagram ist für mich ein Baustein in einer großen Gesamtstrategie, also in einer Business- oder Marketingstrategie, und nicht der Kern einer Zusammenarbeit. Ich kann das alles machen, aber Instagram ist wirklich nicht meine Leidenschaft. Geld verdienen ist meine Leidenschaft. Business-Aufbau, Prozessoptimierung, das ist meine Leidenschaft. Wenn ich dann sage, dass ich keine Lust mehr habe, über Instagram zu sprechen, dann liegt das auch daran, dass in den Gesprächen, die ich mit Künstlerinnen zum Thema Instagram habe, immer, ich will sagen in 90% der Fälle, aber wenn ich ganz ehrlich bin, ist es eigentlich ein „immer“, so viel Frustration, Unzufriedenheit, Resignation mitschwingt und dieses „Instagram hasst mich“-Gefühl. Es sind einfach selten positive Anfragen voller Vorfreude.

Wenn mich jemand fragt, ob ich den Launch von einem neuen Onlinekurs oder einer Membership begleite, dann ist da immer ganz viel Aufregung und Vorfreude. Wenn aber jemand fragt, ob ich mit Instagram unterstützen kann, ist da immer viel Frustration. „Ich habe schon alles probiert, der Algorithmus hasst mich, Instagram ist doof, Instagram funktioniert für mich nicht.“ Es ist sehr viel Negativität, einfach weil es bisher nicht geklappt hat, und Instagram wird dann als Non-plus-ultra auf einen Sockel gestellt. Die Erwartungen an diesem Kanal sind unendlich hoch. Ich frage mich manchmal, woher das kommt, und dann ist es mein Job, diese Erwartungen erst mal herunterzuschrauben. Das macht natürlich nicht so viel Spaß wie einen Launch zu planen. Es liegt wahrscheinlich daran, dass andere Coaches versprechen, man bekomme mit ihrer Strategie in einem Monat 100.000 Follower. Ich mache das nicht, und ich glaube da auch nicht dran.

Diese Plattform gehört uns nicht. Instagram gehört uns nicht, Instagram schuldet uns nichts. Es ist schnelllebig, es ist ein Konzern, der vor allem an den eigenen Vorteil und die Wirtschaftlichkeit denkt, und das ist völlig okay, weil es nun mal ein Business ist. Es ist keine Wohlfahrt, es ist kein Geschenk für uns. Wir können Instagram nutzen, es ist völlig legitim, aber es sollte ein Baustein sein und uns nicht Tag und Nacht wachhalten. Mit Kunst & Brot will ich lieber an Dingen arbeiten, die wir beeinflussen können, die wir aufbauen, steuern, kontrollieren, skalieren können, Dinge, die wir zu unserem Vorteil und zu unseren Bedingungen nutzen können. Aus meiner Sicht macht das deutlich zufriedener, und man kann auch Instagram auf diese Art nutzen, das macht dann auch Spaß. Aber dafür muss man erst aus dieser Frustration und dieser Negativspirale herauskommen. Deswegen habe ich einfach manchmal Lust auf andere Themen. Denn wenn ich über Instagram spreche und Instagram-Inhalte poste, ziehe ich damit auch viel Frust und Negativität an, in den Kommentaren und den Direktnachrichten, die ich dann bekomme, und darauf habe ich manchmal einfach keine Lust.

Ich kann das alles nachvollziehen, aus menschlicher Sicht, und es tut mir auch leid, dass da so viel Frustration ist. Es ist für mich auch ein Erfolgserlebnis, wenn ich es schaffe, dass eine Künstlerin wieder die Freude an Instagram entdeckt, das finde ich schön. Aber es ist einfach nicht das Einzige, was ich machen will. In so vielen Erstgesprächen, in so vielen 1:1-Mentorings wollen die Leute andauernd über Instagram reden, und ich denke mir: Lass uns doch erst mal Geld verdienen, dafür brauchen wir das nicht. Aber irgendwie ist dieses Instagram wie eine riesige Blockade. Dabei gibt es so viele Alternativen oder sinnvolle Ergänzungen, andere Dinge, die erst mal viel wichtiger sind als die Frage, wie viele Follower man hat oder wie viele Kommentare oder Views man bekommt. Das blockiert und frustriert und wirkt sich dann auch auf andere Business-Bereiche aus, und das finde ich einfach schade. Um dem weniger Bedeutung zu geben und Instagram auch weniger Macht zu geben, wünsche ich mir manchmal einfach, mehr über andere Sachen zu reden als immer nur über Instagram.

Gleichzeitig macht es Sinn, auf Instagram über Instagram zu reden. Deswegen ist es immer ein Balanceakt für mich, und ich ertappe mich auch dabei, weil es einfach ist, „10 Tipps für deinen Instagram-Account“ zu posten. All diese Accounts, die Videos posten wie „Im letzten Monat bin ich um 20.000 Follower gewachsen“, das sind alles Accounts, die anderen beibringen, wie man auf Instagram wächst. Natürlich ist es einfacher, auf Instagram zu wachsen, wenn man den Leuten erklärt, wie sie auf Instagram wachsen. Es ist schwieriger, auf Instagram zu wachsen, wenn man zum Beispiel Kunst anbietet, das ist etwas anderes. Ich finde es unmöglich, dass solche Accounts dann ihre Strategie nehmen und sagen: „So kannst du das auch schaffen.“ Weil das schlicht nicht stimmt, wenn man nicht auch Leuten erklärt, wie man auf Instagram wächst. Das nervt mich, und deswegen habe ich manchmal diese kleine Bockigkeit in mir, andauernd darüber zu sprechen, wie man auf Instagram wächst.

Außerdem kann ich so viel mehr als das. Ich will Verkaufsprozesse optimieren, ich will Salespages überarbeiten, ich will einen automatisierten Funnel aufsetzen, ich will mit dir eine E-Mail-Marketingstrategie entwickeln, die jeden Monat Tausende von Euro generiert. Ich will die Aufregung, ich will die Vorfreude. Wenn ich einen Launch begleite, will ich Preise kalkulieren, von denen Künstlerinnen leben können, all das. Instagram ist da nur ein kleiner Baustein, der immer viel zu viel Aufmerksamkeit bekommt, und da werde ich dann halt so bockig und sage: Nö, von mir nicht, ich habe da gerade keine Lust drauf. Das stimmt natürlich nur begrenzt, aber es gibt eben solche Phasen, wo ich weniger Bock auf Instagram-Themen habe. Wenn ich auf Instagram über Instagram spreche, hängt so viel Frust daran.

Ich finde es schön, wenn mir nach der Mahlzeit mal jemand schreibt: „So habe ich das noch nie gesehen“ oder „Jetzt habe ich es endlich verstanden“ oder „Super erklärt.“ Das ist natürlich ein Erfolgserlebnis. Ich möchte aber lieber, dass Künstlerinnen das auf ihr ganzes Business bezogen empfinden. „Jetzt weiß ich, wie ich meine Preise kalkuliere.“ „Ich habe mich das erste Mal getraut, zu diesem Preis zu verkaufen.“ „Ich fühle mich sicherer, wenn ich an meinen nächsten Launch denke.“ Solche Sachen. Denn ich will am Ende mit Kunst & Brot ein Kunstbusiness aufbauen und keinen Instagram-Account. Es heißt nicht Kunst und Instagram, sondern Kunst & Brot. Hier geht es um Geld, Business und Wirtschaftlichkeit. Ich will, dass Künstlerinnen gut von ihrer Arbeit leben können, und man kann Instagram dafür benutzen, aber Instagram ist nicht Teil meiner Vision bei Kunst & Brot. Es ist ein Werkzeug, ein Hammer, mit dem man den Nagel in die Wand hauen kann, um ein Bild aufzuhängen, aber es ist nicht die einzige Möglichkeit, es ist nicht die entscheidende Möglichkeit.

Ich sehe einfach jeden Tag, wie viel Energie auf Instagram für Instagram verloren geht, ohne dass Geld damit gemacht wird. Der Kosten-Nutzen-Faktor ist oft, gelinde gesagt, beschissen. Wenn ich mir verschiedene Kunstbusinesses anschaue, stimmt die Relation nicht zwischen dem, was reingesteckt wird, und dem, was rauskommt. Daran will ich arbeiten. Ich will, dass ein Kunstbusiness profitabler wird, dass Geld fließt, dass Verkäufe passieren, dass Umsätze generiert werden. Das ist meine Vision. Es heißt Kunst & Brot, weil ich der brotlosen Kunst den Kampf ansagen will. Ich will, dass in den Köpfen hängen bleibt, dass man auch mit Kunst sein Brot verdienen kann. Dann will ich manchmal lieber darüber reden als über Instagram und Titelbilder für Reels und Hashtags und all diese Sachen. Es wird immer Teil meiner Arbeit sein, und das ist auch okay, und es macht mir auch Spaß. Ich will nur, dass wir uns auch mal erlauben, mit einer kleinen Taschenlampe in andere Ecken zu leuchten, die vielleicht weniger frustrierend sind, wo wir vielleicht schneller Erfolge haben, wo wir weniger langen Atem brauchen oder wo wir einfach unsere Stärken viel mehr ausspielen können. Darauf habe ich Bock, und um diese Art von Arbeit wieder mehr Raum einnehmen zu lassen, möchte ich auch auf Instagram manchmal über andere Sachen sprechen als Instagram.

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