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Mehr InformationenIch bin jetzt seit über vier Jahren selbstständig und als ich neulich zurückgeblickt habe, ist mir aufgefallen, dass ich in dieser Zeit echt ein paar ganz gute Ideen hatte. Deswegen dachte ich mir, es gibt jetzt mal eine Folge über die guten Ideen, die ich in dieser Zeit hatte. Eine kleine Vorankündigung möchte ich direkt vorausschicken: In der nächsten Folge spreche ich über die schlechten Ideen, die ich in dieser Zeit hatte, weil es die natürlich auch gab. Heute soll es aber um die guten Ideen gehen, die ich aus meiner Sicht in dieser Zeit hatte. Mir ist beim Zusammentragen aufgefallen, dass das vor allem Dinge sind, die ich irgendwie anders mache als andere.
Damit sind wir schon bei der ersten guten Idee, die ich meiner Meinung nach hatte. An Tag eins meiner Selbstständigkeit habe ich beschlossen, niemandem auf Instagram zu folgen oder mir Inhalte von Leuten anzuschauen, die etwas Ähnliches machen wie ich. Es gibt zwei Ausnahmen. Die erste Ausnahme ist, wenn ich eine Konkurrenzanalyse mache, also wenn ich meine Positionierung oder meine Marketingstrategie ausarbeite. Dann gehört es dazu, zu schauen, was andere auf Social Media machen, was für sie funktioniert und was nicht funktioniert. Das mache ich sehr gezielt einmal pro Jahr und höre danach auch ganz schnell wieder damit auf, weil es mir nicht gut tut, zu schauen, was andere machen.
Die zweite Ausnahme ist, wenn ich nach Dingen suche, die andere machen und die ich unmöglich finde, weil ich Content dazu machen möchte. Ich habe Posts, in denen es um Red Flags geht oder um Dinge, die ich nicht okay finde. Dafür schaue ich manchmal bei Accounts, die etwas Ähnliches machen wie ich, damit ich etwas finde, woran ich erklären kann, warum ich es anders mache oder warum ich es blöd finde. Das sind die einzigen zwei Gründe. Meine gute Idee war also, dass ich niemandem auf Social Media folge, keinen Newsletter abonniere und mir nichts von Menschen ansehe, die etwas Ähnliches machen wie ich. Die Versuchung war groß, gerade am Anfang, aber auch bis heute.
Es gibt natürlich ein falsches Gefühl von Sicherheit und Orientierung, wenn wir schauen, was andere machen. Es kann sich gut anfühlen, zu sehen, was für andere funktioniert, sich inspirieren zu lassen und zu merken, dass andere mit etwas Erfolg haben, was wir selbst versuchen. Damit meine ich nicht, Ideen von anderen zu übernehmen. Trotzdem glaube ich, dass es in 99 Prozent der Fälle ein schlechtes Gefühl macht, zu schauen, was andere machen. Je ähnlicher es dem ist, was wir selbst machen wollen, desto schwieriger wird es. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, zu schauen, was jemand anders anbietet, wie jemand anders Preise macht, wie jemand anders mit seiner Community spricht, welche Community jemand hat oder wie viel Reichweite jemand hat.
Ich halte das für kontraproduktiv und es gibt so gut wie keine Ausnahme davon. Deswegen finde ich, es war eine gute Idee, dass ich von Anfang an gesagt habe: Ich folge maximal 100 Leuten auf Instagram. In meinem Fall sind das überwiegend Comedians oder Künstlerinnen, aber niemand aus meiner Branche. Ich folge niemandem, der etwas macht, was ich mache, damit es mir gut geht und damit ich ganz bei mir bleibe. Genau dadurch kann ich andere gute Ideen entwickeln, die andere vielleicht nicht hatten. Diese Ideen entstehen nur, weil ich bei mir bleibe.
Damit kommen wir zu meiner zweiten guten Idee, auf die ich sehr stolz bin und die mein Leben sehr bereichert hat. Schon ziemlich früh, vielleicht sogar ganz am Anfang, habe ich ein Ritual eingeführt. Wenn eine Künstlerin bei mir eine 1:1 Begleitung bucht, also ein Mentoring über einen längeren Zeitraum, passieren zwei Dinge. Es ist mein größtes und hochpreisigstes Angebot, bei dem wir über drei oder sechs Monate 1:1 zusammenarbeiten. Ich begleite die Künstlerin über diesen Zeitraum wirklich eng. Auf beide Dinge, die dann passieren, bin ich sehr stolz.
Das Erste ist, dass ich der Künstlerin Blumen schicke. Ich liebe diesen Moment, wenn ich online bei Blume 2000 oder einem ähnlichen Anbieter den Blumenstrauß aussuche. Dann gehe ich auf den Instagram Account der Künstlerin und schaue, was ihre Farben sind. Wenn ich es sehen kann, schaue ich auch, wie ihre Einrichtung ist oder welche Kleidung sie trägt. Ich versuche, ihren Stil oder ihre Farbwelt zu verstehen. Danach suche ich einen Blumenstrauß aus, der aus meiner Sicht dazu passt.
Dieses Ritual mag ich sehr. Die meisten Künstlerinnen bekommen viel zu wenig Blumen in ihrem Leben. Deshalb bekommen sie jetzt Blumen von mir. Sie sind meistens total überrascht und freuen sich. Genau so soll es sein. Auf dieses Ritual bin ich wirklich stolz.
Das Zweite, was passiert, finde ich ebenfalls eine sehr gute Idee. In dem Moment, in dem jemand bei mir ein hochpreisiges Angebot bucht, kaufe ich bei einer anderen Künstlerin Kunst oder buche einen Kurs. Wenn jemand bei mir Geld ausgibt, gebe ich bei jemand anderem aus der Kunstbranche Geld aus. Das entspricht meinen Werten. Ich zelebriere damit diesen Moment, dass mir jemand so viel Vertrauen schenkt und so eine Investition in das eigene Business macht. Ich darf ein Stück dieser Reise mitgehen und gleichzeitig wertschätze ich die Kunstbranche.
Ich will die brotlose Kunst abschaffen. Ich will, dass Künstlerinnen gut von ihrer Kunst leben können. Indem ich mein Geld für Kunst, Kunstkurse oder Workshops bei anderen Künstlerinnen ausgebe, lebe ich genau das. Das macht etwas mit mir und ich glaube, es macht auch etwas mit der Branche. Es verändert, wie ich dieser Branche begegne und wie ich darüber spreche. Es ist eine wertschätzende Haltung, die nicht nur behauptet wird, sondern praktisch stattfindet.
Immer wenn jemand bei mir bucht, kaufe ich bei einer Künstlerin Kunst oder Kurse. Dadurch habe ich wunderbare Kunstwerke bei mir zu Hause, habe großartige Workshops mitgemacht und tolle Onlinekurse besucht. Es bereichert mich auf so vielen Ebenen, wie nur Kunst einen bereichern kann. Für mich ist es ein wunderbares Geben und Nehmen. Es ist eine sehr schöne Art, etwas zurückzugeben, wenn mir jemand Vertrauen schenkt und mir Geld überweist. Aus meiner Sicht ist das eine gute Idee.
Eine andere gute Idee ist eher entstanden, als dass sie ein konkreter Plan war. Dazu habe ich auch schon einmal eine eigene Podcastfolge gemacht. Es geht um die Mahlzeit. Die Mahlzeit ist ein Livestream, den ich jeden Mittwoch um 12 Uhr auf Instagram mache, mit sehr wenigen Ausnahmen. Maximal, wenn ich im Urlaub bin oder etwas wirklich dazwischenkommt, findet sie nicht statt. Ich habe die Mahlzeit aber auch schon aus Frankreich, von Mallorca oder von anderen Orten aus gemacht.
Es kommt sehr selten vor, dass die Mahlzeit nicht stattfindet. Ich mache das seit über drei Jahren wirklich jeden Mittwoch und alle Folgen sind auf meinem Account gespeichert. Die Mahlzeit dauert meistens zwischen 20 und 40 Minuten. Manchmal bin ich alleine und spreche über ein Thema, das sich Leute gewünscht haben oder das ich gerade relevant finde. Manchmal habe ich Gäste, die in der Mahlzeit dabei sind, sich ein Thema gewünscht haben und mit mir darüber sprechen. Dieses Format in dieser Beständigkeit, zu dieser Uhrzeit und in diesem Setup kenne ich in dieser Form von niemand anderem auf Social Media.
Deshalb schreibe ich mir das auf die Fahne: Das war meine Idee und ich finde, das war eine gute Idee. Dieses Format ist für mich das, was ich an Social Media am meisten mag. Als Privatperson bin ich eigentlich niemand, der groß auf Instagram posten würde. Ich weiß, das ist ein bisschen ironisch. Ich mag keine Reels, Stories sind noch okay, aber eigentlich ist das nicht so mein Ding. Dieses Schnelllebige, dieses hohe Tempo und dieses Konsumieren im Vorbeigehen entsprechen mir nicht besonders.
Ich mag Newsletter und Longform Content. Deswegen liebe ich die Mahlzeit. Ich liebe dieses Liveformat, bei dem ich nicht mit Hooks arbeiten muss oder irgendetwas erzwingen muss. Ich kann mich dort sehr echt zeigen. Außerdem hoffe ich, dass es den Leuten hilft, schnell einzuschätzen, ob eine Zusammenarbeit mit mir passend wäre. Nur über Instagram Posts, Reels oder geteilte Inhalte finde ich das tatsächlich nicht so einfach.
In der Mahlzeit bekommen Menschen einen relativ ungefilterten Einblick darin, wie ich arbeite. Sie hören, welche Meinung ich zu bestimmten Themen habe und wie ich spreche. Dadurch können sie einordnen, ob das für sie passend ist oder nicht. Außerdem führt dieses Format dazu, dass ich mindestens einmal pro Woche etwas Kreatives mache. Während ich im Livestream spreche, male ich etwas. Dabei lasse ich Perfektion komplett weg, weil es einfach nebenher passiert.
Manchmal male ich mit Buntstift, manchmal mit Aquarell und manchmal mit etwas ganz anderem. Das Format stellt sicher, dass ich mindestens einmal pro Woche 20 Minuten etwas Kreatives mache. Im Alltag ist das manchmal schon viel, für mich jedenfalls. Die Mahlzeit sorgt außerdem dafür, dass ich mich mit anderen austausche und über meinen Tellerrand blicke. Menschen können einschätzen, ob meine Art zu ihnen passt und ob meine Arbeitsweise zu ihnen passt. Sie ist ein Alleinstellungsmerkmal.
Ich kenne niemanden in meiner Branche, der das in diesem Umfang so macht. Die Mahlzeit hat einen hohen Wiedererkennungswert. Leute sprechen mich bei Events darauf an und sagen, dass sie immer die Mahlzeit schauen. Das ist schon richtig cool. Es ist ein bisschen wie GZSZ für Instagram. Absolute Regelmäßigkeit, Verlässlichkeit und Nahbarkeit. Ich finde, die Mahlzeit war eine richtig gute Idee, weil sie auch dafür sorgt, dass mir Instagram Spaß macht.
Dann gab es eine Entscheidung, die rückblickend eine gute Idee war, obwohl sie ursprünglich auch eine dumme Idee hätte sein können. Ich habe mein Atelier und mein Büro angemietet, bevor ich überhaupt meine Selbstständigkeit angemeldet hatte. Es sind drei Räume: ein Coachingraum, ein Atelier und ein Büro. Dazu kommen eine kleine Teeküche und ein Bad. Insgesamt sind es 60 Quadratmeter, die ich ganz alleine angemietet habe. Den Mietvertrag dafür habe ich für fünf Jahre unterschrieben, weil das die Mindestmietdauer war.
Erst danach habe ich das Gewerbe angemeldet. Wie gesagt, das hätte auch eine ganz dumme Idee sein können. Rückblickend war es aber eine gute Idee, weil dieser Mietvertrag der Selbstständigkeit die Ernsthaftigkeit gegeben hat, die ich gebraucht habe. Er hat mir genug positiven Druck gemacht, dass das hier ab Tag eins laufen muss. Ich habe meine Selbstständigkeit nicht nebenberuflich aufgebaut. Es war klar, dass ich diese Miete bezahlen muss, dass ich für fünf Jahre unterschrieben habe und dass ich das jetzt ernst nehme.
Diese Büroräume und dieses Studio haben auch dazu beigetragen, dass ich mich selbst als erfolgreiche Selbstständige sehe. Mit einem eigenen Atelier und einem eigenen Büro war es kein Nebenprojekt und kein „Ich probiere das mal und gucke, was passiert“. Die Räume kosten mich über 1.000 Euro im Monat. Wenn Rundfunkgebühren, Internet, Strom und alles andere dazukommen, sind es sogar fast 2.000 Euro im Monat. Damit war klar, dass ich hier kein Kleingewerbe oder irgendein Nebenprojekt aufbaue. Ich baue eine Vollzeit-Selbstständigkeit auf, von der ich lebe.
Ich habe diese Investition gebraucht. Das heißt auf keinen Fall, dass jede Person das so machen muss. Es ist ein Weg und ein sehr riskanter Weg. Rückblickend war es für die Art, wie ich ticke und für den Typ Mensch, der ich bin, eine gute Idee. Es hat dafür gesorgt, dass ich mich reingehängt habe. Es gab keinen Raum für Firlefanz, Prokrastinieren oder Nicht-Umsetzen.
Es war klar, dass ich dieses Ding zum Laufen bringen muss. Für mich war das gut. Es hat dafür gesorgt, dass ich ehrgeizig war und bin. Ich habe nicht herumgeschludert, wozu ich sonst manchmal tendiere. Das war eine sehr große Idee und eine sehr große Entscheidung. Trotzdem war sie rückblickend gut.
Es gibt aber auch kleine Entscheidungen oder kleine Ideen, die rückblickend gut waren. Eine davon ist, dass ich mir einen Laptop gekauft habe statt eines Computers. Ich musste heute daran denken, dass ich damals abgewogen habe, was ich für die Selbstständigkeit brauche. Ich brauchte irgendein Gerät, mit dem ich arbeiten kann. Ich habe mit mir gehadert, ob ich mir ein MacBook kaufe, also einen Laptop, oder einen iMac, also einen Desktop Computer. Ich wollte sehr gerne einen iMac haben.
Den iMac gibt es in diesem hübschen Hellgrün und ich finde, dass er toll aussieht. Außerdem arbeite ich gerne mit einem großen Bildschirm und eigentlich will ich meine Arbeit nicht mit nach Hause nehmen. Ein Laptop macht allerdings flexibler. Da ich ganz am Anfang meiner Selbstständigkeit war und überhaupt nicht wusste, was ich brauche und wie sich alles entwickeln wird, habe ich mich für den Laptop entschieden. Das war eine gute Idee. Ich kann von überall arbeiten.
Ich kann aus Zügen arbeiten, aus anderen Ländern, von zu Hause, vom Balkon, aus dem Café oder hier im Büro. Ich habe mir einfach einen großen Bildschirm hingestellt, den ich an den Laptop anschließe, damit ich an einem Bildschirm arbeiten kann. Vielleicht kann ich mir irgendwann zusätzlich zum Laptop auch einen iMac erlauben, den ich so gerne haben möchte. Einen stationären Computer mag ich eigentlich lieber als einen Laptop. Für die Art, wie ich die letzten viereinhalb Jahre gearbeitet habe, war der Laptop aber genau richtig. Ich weiß noch, wie sehr ich damals hin und her überlegt habe.
Nachdem ich die Entscheidung getroffen hatte, habe ich nie wieder darüber nachgedacht. Erst heute ist mir wieder eingefallen, dass ich damals die Idee hatte: Laptop bedeutet Flexibilität. Freiheit ist mein höchster Wert und diesen Wert kann ich eher mit einem Laptop leben. Deshalb habe ich mich damals für den Laptop entschieden. Das war eine gute Idee. Es heißt ja nicht, dass das andere nicht irgendwann zusätzlich sein darf.
Eine andere gute Idee, zu der ich auch schon einmal eine ganze Folge gemacht habe, war meine proaktive Anfrage bei den Creative Business Days von Stifte Liebe im Allgäu. Ich habe gefragt, ob ich dort Speakerin sein kann. Das ist mittlerweile fast drei Jahre her und es hat so viel für mich verändert. Es hat so viel möglich gemacht, dass ich bei diesen Creative Business Days vor Ort war, Speakerin war und dort einen Workshop zum Thema Launchen und Preisgestaltung gegeben habe. Ich hätte damals nie gedacht, was alles daraus entsteht. Ich hätte mir nicht vorstellen können, welche wunderbaren Menschen dadurch in mein Leben treten und was das für Kunst und Brot bedeutet.
Dazu gibt es, wie gesagt, eine eigene Folge. Aber dass ich die Idee hatte, ihnen zu schreiben, war gut. Dass ich die Idee hatte, proaktiv zu sagen, ich will dabei sein, war sehr, sehr gut. Rückblickend weiß man das nie in dem Moment. Heute bin ich sehr froh darüber. Es war nicht nur die Idee, die wichtig war, sondern auch der Mut.
Immer wenn eine Absage ein möglicher Ausgang ist, ist es nicht einfach. Trotzdem habe ich ihnen geschrieben und ein paar Beispiele mitgeschickt, wo ich schon einmal Workshops gegeben hatte. Es gab auch ein paar Presseartikel und solche Dinge. Das war gut. Darüber bin ich sehr froh. Diese Entscheidung hat viel in Bewegung gesetzt.
Eine andere gute Idee ist nicht von mir, aber ich behalte sie bei, während alle anderen sie nach und nach abschaffen. Das sind Erstgespräche. Bei mir hat jede Person die Möglichkeit, sich einen kostenlosen Termin von 20 Minuten zu buchen. Diese 20 Minuten kann sie nutzen, wie sie möchte. Die meisten nutzen das, um herauszufinden, wie ich arbeite oder um mir Fragen zu stellen. Viele haben Interesse daran, länger mit mir zusammenzuarbeiten, ein 1:1 Mentoring zu buchen oder herauszufinden, welches meiner Angebote gut zu ihnen passt.
Dafür nutzen es viele, aber es ist nicht darauf begrenzt. Diese Erstgespräche können auch genutzt werden, um mir einfach ein paar Fragen zu stellen. Es ist nicht definiert, wofür dieses Gespräch genutzt werden muss. Jede Person kann es einmalig buchen. Jede Person hat das Recht, einmalig diese 20 Minuten mit mir zu buchen. Ich finde, es war eine gute Idee, das einzuführen.
Mir ist sehr wichtig, dass Menschen einschätzen können, ob ich die richtige Person für ihr Kunstbusiness bin. Das ist mir wirklich sehr wichtig. Ich glaube, dass ein kurzes Gespräch viele Fragen klären kann. Auch das Zwischenmenschliche wird dabei klarer. Es zeigt sich, ob es passt. Gleichzeitig weiß ich, dass der Trend in der Coachingbranche dahin geht, diese Erstgespräche abzuschaffen oder sie als absolute Sales-Gespräche zu sehen.
So habe ich es auch gelernt. Ich habe im Vertrieb gelernt, Erstgespräche als Verkaufsgespräche zu sehen. Das mache ich nicht. Diese Gespräche sind bei mir anders. Es geht nicht darum, das passende Angebot zu verkaufen, zu argumentieren, zwei verschiedene Angebote zu machen und dann im Gespräch Vor- und Nachteile aufzuzählen. Darum geht es nicht.
Ich mache diese Erstgespräche für mein Gegenüber. Sie sind dafür da, dass diese Person 20 Minuten hat, um Fragen zu klären, Antworten zu bekommen, mich kennenzulernen, Informationen zu bekommen, etwas loszuwerden oder Klarheit zu kriegen. Sie sind nicht für mich. Mein Marketing macht meinen Sales, nicht diese Erstgespräche. Das mache ich anders als andere. Bei den meisten sind diese Erstgespräche Verkaufsgespräche.
Bei mir enden die Erstgespräche manchmal damit, dass ich, wenn gewünscht, ein Angebot für ein 1:1 Mentoring erstelle und rausschicke. Manchmal enden sie damit, dass ich eine E-Mail mit hilfreichen Links auf Basis unseres Gesprächs sende. Es ist unterschiedlich. Jede Künstlerin kann diese Erstgespräche so nutzen, wie sie es braucht und möchte. Das finde ich eine gute Idee. Es lässt Raum für das, was jemand gerade braucht.
Genau dafür bin ich da. Dafür ist meine Selbstständigkeit da. Dafür ist Kunst und Brot da. Dass es anderen hilft, ist der Zweck der Existenz. Ich will einen Unterschied machen. Auch mit diesen Erstgesprächen möchte ich einen Unterschied für jemand anderen machen.
Meinen Kram kann ich verkaufen, wie ich will und wo ich will. Dafür brauche ich nicht diese Erstgespräche. Ich nutze sie und schaffe sie auch nicht ab, damit andere 20 Minuten Zugang zu mir haben und diese Zeit nutzen können, wie sie möchten. Das ist meine Auffassung davon. Ich weiß, dass es ein Trend in der Coachingbranche ist, das abzuschaffen, zu automatisieren oder auszulagern. Vorqualifizierung, Verkaufsgespräche und all diese Dinge mache ich nicht.
Es gibt 20 Minuten mit mir und die können genutzt werden, wie die Person möchte. Um mich und meine Arbeit besser kennenzulernen, eine Frage zu klären oder was auch immer gerade wichtig ist. Ich finde, das war eine gute Idee. Ich werde das auch so beibehalten. Es entspricht mir und meiner Art zu arbeiten. Außerdem passt es zu meinen Werten.
Last but not least gibt es noch eine gute Idee, die mir eingefallen ist und die ich ebenfalls beibehalte. Sie ist eher spontan entstanden. Ich habe die Geburtstage von Künstlerinnen, mit denen ich arbeite, in meinem Kalender. Auch die Geburtstage von Künstlerinnen, die mir das irgendwann auf Instagram verraten haben, trage ich ein. Das ist mein ganz normaler iCloud Kalender, den ich auf meinem Handy und Laptop habe. Dort sammle ich diese Geburtstage.
Manchmal frage ich über eine Fragebox in meiner Story danach. Dann frage ich einfach: Wann hast du Geburtstag? Danach trage ich es mir ein. In der 1:1 Begleitung frage ich das ebenfalls ab, direkt zu Beginn im Fragebogen. Bei dem Geburtstagseintrag im Kalender verlinke ich den Instagram Account der Person. Dann gratuliere ich dieser Person jedes Jahr zum Geburtstag.
Ich finde, das war eine richtig gute Idee und ich glaube, das macht sonst niemand. Wenn du möchtest, dass ich dir zum Geburtstag gratuliere, mache ich das unglaublich gerne. Dann schreib mir kurz, wann du Geburtstag hast. Du kannst mir auf Instagram eine Direktnachricht schreiben oder mir eine E-Mail an info@kunstundbrot.com schicken. Dann kommt dein Geburtstag auch in meinen Kalender. Dann kann ich dir gratulieren.
Ich finde das einen wunderschönen Anlass, sich bei jemandem zu melden. Es ist eine Möglichkeit, wertzuschätzen, dass es diese Person gibt. Mit ihrer Persönlichkeit, ihrer Kunst, ihrer Kreativität und dem, was sie der Welt zu geben hat, macht sie einen Unterschied. Sie macht die Welt zu einem schöneren Ort. Deswegen finde ich es eine gute Idee, Leuten zum Geburtstag zu schreiben. Wenn du möchtest, dass ich dir auch schreibe, schick mir deinen Geburtstag irgendwo auf irgendeinem Kanal.
Das sind die guten Ideen, die mir spontan eingefallen sind, als ich darüber nachgedacht habe, was ich in den letzten viereinhalb Jahren bei Kunst und Brot für gute Ideen hatte. Es waren sicher noch mehr dabei, kleine und große. Eine neuere gute Idee ist, dass ich einmal im Monat einen Austausch mit einem Business Buddy habe. Einmal im Monat habe ich einen FaceTime Call mit Milli von Milli Montag und wir tauschen uns aus. Auch das war eine richtig gute Idee. Es gibt natürlich noch viele andere Dinge.
Es ist auch eine gute Idee, dass ich ab und zu Coworking mit anderen Selbstständigen mache. Ich finde, es ist ungewohnt, den Fokus einmal auf das zu legen, was eine gute Idee war. Das machen wir selten. Aber es gibt ein ganz gutes Gefühl. Während ich jetzt darüber erzählt habe, bin ich gerade richtig frisch verliebt in mein Business. Das ist doch wunderbar, oder?
Frisch verliebt sein in die eigene Selbstständigkeit nach über vier Jahren, dieses Gefühl hatte ich schon eine Weile nicht mehr. Es ist also eine gute Übung: Setz dich hin und erzähle 20 Minuten irgendjemandem, was du in deiner Selbstständigkeit schon für gute Ideen hattest. Das macht etwas mit allem. Es ist wertschätzend für das, was wir uns aufgebaut haben. In der nächsten Folge sprechen wir auch über die schlechten Ideen, die ich hatte. Die gibt es auch und das ist okay.
Im Zweifelsfall hat man etwas daraus gelernt. Nächste Woche geht es also um die schlechten Ideen. Jetzt freuen wir uns noch kurz über die guten Ideen, die ich hatte. Vielleicht ist für dich auch die eine oder andere gute Idee mit dabei. Das würde mich sehr freuen.



