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Mehr InformationenIch habe in der letzten Folge schon ein wenig darüber gesprochen, wie sich Social Media verändert und welche Masse an Inhalten inzwischen produziert wird. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was aktuell überhaupt noch funktioniert und wie sich Social Media eigentlich noch gut anfühlen kann. In den letzten Monaten habe ich zunehmend den Eindruck, dass das Internet immer voller wird. Es gibt mehr Content, mehr Tools, mehr Automatisierungen und eine stetig wachsende Anzahl an KI-Anbietern. Alles wird schneller, dichter und effizienter, während echte Menschen darin gefühlt weniger sichtbar werden oder gezielter gesucht werden müssen.
Dabei ist es aus meiner Perspektive genau das Menschliche, das aktuell am besten funktioniert. Genau dorthin zieht es mich auch, weshalb ich darüber sprechen möchte. Ich befinde mich gerade auf einem Weg, der mich herausfordert und mir nicht leichtfällt, der aber gleichzeitig spannend ist. Ich glaube, dass dieser Weg mir helfen kann, wieder mehr Freude an meinem Business, an Social Media und an meinen täglichen Aufgaben zu finden. Gerade in den letzten Monaten, besonders im Winter, gab es Phasen, in denen mir die Motivation gefehlt hat und alles schwerer wirkte.
Meine Hypothese ist, dass mehr Echtheit und ungeschönte Realität in meiner Arbeit genau das verändern könnten. Wenn ich es schaffe, mehr von mir selbst in meinen Content und meine Angebote einfließen zu lassen, könnte auch die Freude daran zurückkommen. Wir leben aktuell in einer Zeit, in der Inhalte schneller produziert werden können als jemals zuvor. Das gilt für Texte, Posts, Blogartikel, Newsletter, Reels und sogar für Kunst und Illustration. Grundsätzlich sehe ich das nicht als Problem, denn KI ist ein hilfreiches Werkzeug, das auch ich nutze.
Trotzdem stelle ich mir die Frage, ob es klug ist, alles damit zu produzieren, anstatt sich davon unterstützen zu lassen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Ansätze. Besonders auf Social Media fällt mir auf, wie schnell sich die Plattformen mit Content füllen, der zwar funktioniert, aber oft austauschbar wirkt. Es wird zunehmend schwieriger zu erkennen, ob hinter einem Account ein echter Mensch steht oder ein KI-Avatar. Auch bei Captions fällt mir das stark auf, da sich viele Texte zwar korrekt lesen, sich aber nicht nach einer echten Person anfühlen.
Man erkennt oft keinen individuellen Stil mehr, keine eigene Stimme, keine Persönlichkeit. Früher hatte ich das Gefühl, dass ich die Menschen, denen ich folge, zumindest ein Stück weit kenne. Ich konnte ihre Art zu schreiben erkennen, ihre Wortwahl, ihre Perspektive. Dieses Gefühl verschwindet aktuell immer mehr. Stattdessen klingt vieles gleich, folgt denselben Strukturen und nutzt dieselben Formulierungen. Hooks, Call-to-Actions und Aufbau wiederholen sich ständig, was dazu führt, dass Inhalte zunehmend beliebig wirken.
Das Ergebnis ist Mittelmaß, das zwar funktioniert, aber kaum im Gedächtnis bleibt. Oft bleibt eher ein Gefühl von Ermüdung zurück. Gleichzeitig möchte ich mich nicht in einer negativen Haltung gegenüber KI verlieren, da ich grundsätzlich positiv eingestellt bin. Deshalb habe ich mich gefragt, was eine sinnvolle Alternative sein könnte. Wenn ich persönlich nicht daran glaube, dass austauschbarer Content langfristig erfolgreich ist, stellt sich automatisch die Frage nach einem anderen Weg.
Ich glaube, dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem ungeschönte Realität gewinnt. Je echter, roher und unperfekter Inhalte sind, desto mehr Menschen lassen sich damit erreichen. Genau darin liegt aus meiner Sicht das Potenzial. Menschlichkeit wird zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal. Das stellt jedoch eine Herausforderung dar, da Plattformen wie Instagram lange von Perfektion geprägt waren. Es ging um ästhetische Feeds, durchdachte Konzepte, klare Farbwelten und visuelle Strategien.
Ich bin überzeugt, dass sich das verändert und dass genau diejenigen profitieren, die den Mut haben, diese Perfektion loszulassen. Menschen suchen nach Perspektiven, Meinungen, Erfahrungen und Geschichten, die einzigartig sind. Inhalte, die nicht reproduzierbar sind, weil sie aus echten Erlebnissen entstehen. Genau dort sehe ich die Zukunft. Gleichzeitig merke ich, wie herausfordernd es ist, diesen Weg konsequent zu gehen, obwohl ich bereits viel Perfektionismus abgelegt habe.
Ich verwende keine Filter, arbeite selten mit Skripten und zeige auch ungeschönte Momente aus meinem Alltag. Trotzdem wird mir immer wieder bewusst, wie weit ich noch von dieser echten Rohheit entfernt bin. Andere Accounts zeigen sehr deutlich, wie gut das funktionieren kann. Häufig wird diese Entwicklung als TikTokisierung von Instagram beschrieben, da auf TikTok schon länger eher rohe Inhalte dominieren. Diese Entwicklung wird nun auch auf Instagram sichtbar.
Eine konkrete Regel, die ich mir selbst gesetzt habe, ist, Inhalte aus dem Alltag, die ich früher nur in Stories geteilt hätte, bewusst im Feed zu posten. Das können einfache Fotos oder spontane Reels sein. Ich habe das mehrfach ausprobiert und festgestellt, dass es sehr gut funktioniert. Gleichzeitig fällt es mir schwer, weil es sich oft zu banal anfühlt. Trotzdem zeigt die Reaktion darauf deutlich, dass genau diese Inhalte relevant sind.
Ich habe begonnen, mich selbst genauer zu beobachten und zu hinterfragen, wie viel Zeit ich in Gestaltung und Optimierung investiere. Cover designen, Grafiken erstellen oder Layouts perfektionieren nimmt oft viel Raum ein. Gleichzeitig stelle ich mir die Frage, ob es nicht wirkungsvoller wäre, diese Zeit in den eigentlichen Inhalt zu stecken. In den Gedanken, die ich teilen möchte, so wie ich es auch in diesem Podcast mache, indem ich einfach laut denke.
Auch bei meinem Newsletter fällt mir auf, dass persönliche Gedanken und ehrliche Meinungen deutlich mehr Resonanz erzeugen als strukturierte Inhalte im klassischen Ratgeberstil. Diese haben weiterhin ihre Berechtigung, doch ich sehe das Potenzial darin, mehr von mir selbst einzubringen. Genau darin liegt für mich die nächste Entwicklung. Gleichzeitig frage ich mich, warum mir das trotzdem so schwerfällt.
Möglicherweise liegt es daran, dass Social Media über Jahre hinweg auf Perfektion ausgerichtet war. Gute Schnitte, visuelle Reize und durchdachte Konzepte wurden als Standard etabliert. Diese Prägung lässt sich nicht sofort ablegen. Dennoch bin ich überzeugt, dass es möglich ist, diese Muster zu durchbrechen. Mein Ziel ist es, noch authentischer zu werden und mehr von mir zu zeigen.
Dabei stellt sich die Frage, was das konkret bedeutet. Ich versuche bereits, mehr Alltagsmomente zu teilen und weniger auf vorbereitete Markenbilder zurückzugreifen. Auch der Einsatz von Templates soll reduziert werden, obwohl sie in bestimmten Situationen weiterhin praktisch sind. Gleichzeitig möchte ich spontaner werden, unterwegs Inhalte aufnehmen und Gedanken direkt teilen, ohne sie vorher zu stark zu filtern.
Es geht nicht darum, das gesamte Privatleben offenzulegen, sondern den Fokus zu verschieben. Weniger Aufmerksamkeit auf perfekte Darstellung, mehr Fokus auf den Inhalt selbst. Inhalte dürfen unperfekt sein, Gedanken dürfen unfertig sein und Aufnahmen dürfen spontan entstehen. Genau darin liegt die Qualität, die aktuell relevant wird.
Ich bin überzeugt, dass genau diese Art von Inhalt den Unterschied machen wird. Wenn sichtbar wird, dass hinter einem Account ein echter Mensch steht, entsteht Verbindung. Social Media lebt letztlich von dieser Verbindung. Ein möglicher Weg dorthin ist, auch über Dinge zu sprechen, die nicht funktionieren. Transparenz und Ehrlichkeit schaffen Vertrauen und machen Inhalte greifbarer.
Im Podcast gelingt mir das bereits recht gut, da ich hier freier sprechen kann und nicht an bestimmte Formate gebunden bin. Auf Instagram fällt es mir schwerer, da dort oft Kürze gefordert wird, was nicht meiner natürlichen Art entspricht. Deshalb schätze ich Formate wie Live-Sessions, in denen ich mich nicht einschränken muss. Diese Form empfinde ich als besonders authentisch.
Ich gehe davon aus, dass sich Social Media in den kommenden Jahren weiter in diese Richtung entwickeln wird. Accounts, die wachsen, werden nicht diejenigen sein, die perfekt inszeniert sind. Erfolgreich werden eher diejenigen sein, die sich menschlich zeigen und echte Einblicke geben. Genau das möchte ich ebenfalls lernen und weiterentwickeln.
Dabei geht es für mich weniger um Mut, sondern um Verständnis. Es geht darum zu lernen, wie sich ungeschönte Realität sinnvoll zeigen lässt, ohne dass es konstruiert wirkt. Inhalte sollen nicht künstlich chaotisch sein, sondern das echte Leben widerspiegeln. Dazu gehören sowohl positive als auch herausfordernde Momente.
Menschen erkennen sich in diesen Momenten wieder, und genau das macht Inhalte wertvoll. Es braucht keine weiteren Tools oder Filter, sondern mehr echte Perspektiven, Gedanken und Erfahrungen. Social Media basiert letztlich auf Emotionen, nicht auf perfekter Inszenierung. Genau diese Echtheit lässt sich nicht automatisieren.
Deshalb sehe ich darin eine wichtige Fähigkeit für die Zukunft. Ein echter Mensch im Internet zu sein, wird zunehmend relevant. Es geht darum, weniger äußeren Input zu konsumieren und mehr Vertrauen in die eigenen Gedanken und Perspektiven zu entwickeln. Diese sichtbar zu machen, könnte ein entscheidender Schritt sein.
Ich werde diesen Weg weiter ausprobieren und beobachten, wohin er führt.



