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Weitere Informationen ‚Ich weiß, ich weiß, Jahresplanung klingt vielleicht erstmal nach Excel Tabelle und für manche auch irgendwie einengend. Vielleicht klingt es nach all dem, wovon viele von uns weg wollten, als die Selbstständigkeit gestartet ist, weil genau solche Strukturen oft das waren, was genervt hat. Gleichzeitig bekomme ich so viele Fragen zu meiner Jahresplanung, dass das Thema eine eigene Folge verdient, und ich muss dazu sagen, dass sich Jahresplanung bei mir von Jahr zu Jahr total verändert.
Am Anfang als Selbständige wollte ich möglichst wenig planen, weil ich mir Freiheit bewahren wollte, dachte aber gleichzeitig, dass ich ganz viel planen muss. Irgendwann habe ich gemerkt, dass fehlende Planung mir Freiheit eher nimmt, als mir Freiheit zu geben. Genau deshalb habe ich dieses Jahr zum ersten Mal seit meiner Selbstständigkeit etwas gemacht, das sich für mich absurd, aber gleichzeitig auch sehr erwachsen angefühlt hat. Pass auf, ich habe Urlaub eingereicht, also bei mir selbst habe ich Urlaub eingereicht und ich habe Urlaub geplant, so wie ich es früher im Angestelltenverhältnis gemacht habe. Witzig, oder?
Ich habe mir eine konkrete Anzahl an Urlaubstagen genehmigt, 31 um genau zu sein. Ich habe mir 31 Urlaubstage genehmigt für 2026 und ich habe den Urlaub schon für das ganze Jahr 2026 eingetragen. 31 Urlaubstage ist doch ganz gut, oder? In manchen Angestelltenjobs hatte ich auch mal weniger. Auf die Idee bin ich gekommen durch einen wunderbaren Austausch, wo ich darauf hingewiesen wurde, dass wir auch in der Selbstständigkeit Urlaub nehmen müssen.
Dann habe ich mich hingesetzt und mir gedacht, okay, 2026 wird Urlaub genommen. Ich habe ja letztes Jahr 2025 das erste Mal überhaupt Urlaub gemacht, seit ich selbstständig bin, da war ich drei Wochen in den Flitterwochen, das war das erste Mal überhaupt Urlaub. Dieses Jahr habe ich tatsächlich schon viele kleinere Reisen geplant oder Auszeiten, und dann dachte ich mir, okay, wäre doch gut, wenn ich mir dafür richtig Urlaub nehme und das auch so einplane, damit ich da nicht doch E Mails schreiben muss oder eine Masterclass erstellen muss oder so, sondern Urlaub mache, so wie als ich angestellt war.
Ich habe das so gemacht: Bei mir sind ja immer Freitag und Montag frei statt Samstag und Sonntag (Im Angestelltenverhältnis war es natürlich Samstag und Sonntag, aber jetzt seit ich selbstständig bin ist bei mir Montag und Freitag frei.), das heißt, wenn ich eine Woche frei haben wollte, habe ich geguckt, wo der Montag und der Freitag jeweils in diesem Zeitraum liegt, und da habe ich dann keine Urlaubstage für verbraucht, sondern so getan, als wäre das quasi mein Wochenende, aber für alle anderen habe ich jeweils einen Urlaubstag benutzt, und so habe ich den ganzen Urlaub für 2026 vorgeplant. 31 Urlaubstage, mal gucken, wie das wird.
Ich liebe die Freiheit der Selbstständigkeit. Freiheit ist mein höchster Wert, deswegen passt Selbstständigkeit zu mir, aber ich will diese Freiheit nicht romantisieren. Freiheit ist ein zentraler Grund, warum ich mich entschieden habe, mich selbstständig zu machen und warum ich diesen Weg gegangen bin. Ich habe aber auch dazu gelernt, Gott sei Dank, und ich habe gelernt, Freiheit nicht mit der Abwesenheit von Regeln zu verwechseln. Das ist etwas anderes. Deshalb nehme ich mir in 2026 ganz bewusst Dinge, Regeln, Regelungen aus dem Angestelltenverhältnis mit, die für mich sinnvoll sind, weil angestellt sein ja nicht nur schlecht ist, das hat auch Vorteile, und Urlaubstage sind definitiv einer der Vorteile im Angestelltenverhältnis.
Ich habe ja das Glück, dass ich viele Jahre angestellt war und diese Welt gut kenne. Ich habe für Konzerne gearbeitet, ich habe für Start Ups gearbeitet, ich habe für internationale Unternehmen gearbeitet, für deutsche Unternehmen gearbeitet und so weiter. Das heißt, ich habe Vergleichsmaterial und Wissen und kann das in meine Selbstständigkeit mitnehmen. Ich kenne beide Welten, warum also nicht das Beste aus beiden Welten kombinieren, oder?
Ich finde freie Tage, Urlaubstage, die genommen werden müssen, und Feierabend, dieses nicht erreichbar sein, das ist bei mir mit der Selbstständigkeit komplett flöten gegangen, will ich ehrlich sagen, und das hole ich mir jetzt zurück in 2026. Freie Tage, also statt Samstag und Sonntag ist das bei mir Montag und Freitag, Urlaubstage und ein Feierabend, dieses nicht erreichbar sein, das nehme ich mir jetzt mit.
Noch etwas kommt dazu. Ich habe mir außerdem klare Aufgabenzuweisungen geschaffen, klare Arbeitsanweisungen, oder vielleicht ist es auch Erwartungshaltung oder Rollen, also eine klare Definition aller Rollen, die ich bei Kunst & Brot habe, und aller Aufgaben, die jeweils dazugehören. Dazu mache ich auch noch mal eine eigene Folge, weil sich das über die Zeit entwickelt hat, und da werde ich noch mal eine Aufdröselung machen. Mir hat es aber schon geholfen, dass ich gesagt habe, okay, für 2026 sind das die Rollen, die Abteilungen, die es bei Kunst & Brot gibt, und das sind die dazugehörigen Aufgaben.
Das ist ganz schön viel, aber es hilft mir, mehr abzugeben, und es hilft mir auch, auszusortieren, was mir gar nicht mehr dient. Welche Aufgaben muss ich vielleicht gar nicht mehr machen, nicht mal abgeben, weil sie einfach nicht mehr passen? Das war eine gute Bestandsaufnahme. Was habe ich in den letzten Jahren gemacht, was hat es mir gebracht, was hat sich eingeschlichen und ist gar nicht mehr sinnvoll, und wie sehen meine Rollen und Aufgaben im neuen Jahr aus? Das gehörte für mich zur Jahresplanung dazu, einmal zu reflektieren und dann neu zu planen.
Eine der wichtigsten Entscheidungen in meiner Jahresplanung klingt ultra banal, ist für mich aber eine Herausforderung. Montag und Freitag streng frei machen, nicht meistens frei, so war es die letzten zwei Jahre, auch nicht nur dann, wenn es passt, sondern frei, so wie im Angestelltenverhältnis am Wochenende. Das ist für mich ungewohnt, weil genau an diesen Tagen Dinge reinrutschen. Ich darf zu Gast in einem Podcast sein, aber die Aufnahme ist an einem Freitag, oder ich könnte noch kurz etwas erledigen, ein paar E Mails beantworten, dann ist am nächsten Tag nicht so viel. Genau das ist für mich aber der Punkt. Diese Tage, Montag und Freitag, will ich 2026 nicht mehr als Puffer sehen, weil so habe ich sie die letzten zwei Jahre behandelt. Sie waren Puffertage für alles, was ich an den anderen Tagen nicht geschafft habe. Ich will sie bewusst frei machen. Mal sehen, wie das klappt. Ich halte dich hier auf dem Laufenden.
Generell ist mein Plan für 2026, dass die Arbeitszeit klarer, konzentrierter und effektiver wird, und dafür bin ich disziplinierter und strenger mit mir selbst. Das kann ich ganz gut, streng mit mir sein, und die Hypothese ist, dass sich die freie Zeit dann auch freier anfühlt, weil ich sie nicht permanent in Frage stelle oder absage. Darauf spekuliere ich. Arbeitszeit wird strenger, und ich erwarte jetzt einfach mehr von mir, weil ich ja meine Chefin und meine Angestellte in einer Person bin. Das heißt, ich als Chefin erwarte von mir als Angestellte mehr Disziplin und Fokus, und gleichzeitig erlaube ich mir an den freien Tagen, auch im Kopf frei zu sein. Wir schauen mal, weil gute Vorsätze sind eine Sache.
Ich war fleißig in diesem Hinblick und ich habe für 2026 eine Mammutaufgabe vorgenommen und geschafft. Ich habe alle meine Projekte für 2026 geplant, für das ganze Jahr. Es funktioniert so, dass ich jeden Monat ein internes Projekt habe und ein externes Projekt habe. Dazu erkläre ich gleich noch mehr, wie der Monat aussieht, aber es heißt, es gibt immer zwei Projekte pro Monat, manchmal auch nur ein Projekt pro Monat, wenn es größer ist. Jetzt kommt der Knackpunkt, das habe ich die letzten Jahre falsch gemacht. Auch mein Urlaub ist so ein Monatsprojekt, also wenn er länger als vier Arbeitstage geht, also ein bisschen länger als nur mein langes Wochenende oder so.
Das war für mich ein Perspektivwechsel, weil ich den Urlaub die letzten Jahre eher als eine mögliche Lücke im Kalender gesehen habe, aber jetzt ist er wirklich ein eigenes Projekt, vor allem mit Vorbereitung und Nachbereitung. Wenn ich das nicht einplane, ist Urlaub immer etwas Negatives, weil es mehr Arbeit bedeutet oder Chaos bedeutet. Urlaub ist jetzt auch eines dieser Monatsprojekte und bekommt den gleichen Stellenwert. Er wird vorbereitet, er wird nachbereitet, und er passiert nicht trotz irgendeines Monatsprojekts, das dann doch wieder in den Urlaub reinrutscht. Wenn ich Urlaub habe in einem Monat, wird er in der Planung berücksichtigt, in der zeitlichen Planung, in der Energieplanung und solchen Sachen.
Das bedeutet, ich arbeite mit klaren thematischen Schwerpunkten pro Monat und auch pro Woche. Dieses in Projekten denken mache ich tatsächlich schon seit Beginn meiner Selbstständigkeit, also alles in Projekten denken und nicht in To do Listen oder in alles auf einmal. Dieses in Projekten denken nimmt für mich Druck raus, weil nicht alles gleichzeitig passieren muss. Für mich bringt das Ruhe und Struktur rein, auch wenn nicht jeder Tag frei von Chaos ist, aber die Grundidee bringt Ruhe und Struktur, weil ich weiß, worum es in diesem Monat oder in dieser Woche geht, und vor allem weiß ich, worum es jetzt erstmal nicht geht. Dadurch sage ich auch eher mal Nein, entweder zu mir selbst oder zu meinen hundert Ideen oder zu anderen. Dieses Projektdenken hilft mir, fokussierter zu bleiben, weil Fokus und Priorisierung nicht meine Stärken sind, und deshalb schaffe ich mir Strukturen und Prozesse, mit denen ich das ausgleichen kann.
Das sieht so aus: Die erste Woche im Monat ist für mich fest reserviert für die Vorbereitung der Masterclass im Artist Business Club. Die findet immer am zweiten Donnerstag im Monat statt und ist ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit, und deswegen bekommt das einen festen Platz. Diese Vorbereitung ist sehr aufwendig, weil ich einen hohen Anspruch an diese Masterclasses habe und da sehr viel Vorbereitung reinfließt. Wenn ich eine Woche im Monat dafür als Fokus habe, muss ich nicht mehr überlegen, wann ich das auch noch machen soll oder im Zweifel nachts daran arbeiten. Also bin ich jetzt brav, und die erste Woche im Monat gehört der Vorbereitung dieser Masterclass.
Die zweite Woche im Monat ist dann für ein Monatsprojekt gedacht, manchmal dauert das eine Woche, manchmal zwei Wochen. Das ist zum Beispiel eine interne Optimierung, also etwas, das von außen niemand sieht, aber Prozesse, SOPs (Standard Operating procedures), Templates, Strukturen, alles, was Kunst & Brot im Hintergrund stabiler macht. Das geht im Alltag oft unter und rutscht auf der Prioritätenliste nach unten, und früher habe ich das gemacht, wenn Zeit übrig war. Zeit war nie übrig, deswegen sind diese internen Optimierungen jetzt fest als Projekte eingeplant und sogar fürs ganze Jahr klar definiert. Ich weiß schon, welche internen Optimierungen ich 2026 angehe und vor allem wann, in welchen Monaten.
Dann gibt es als Projekt alles rund um Angebote, also externe, sichtbare Sachen. Angebote erstellen oder überarbeiten, optimieren, planen, launchen. Früher habe ich mir dafür immer sechs Wochen genommen und in Sprints gearbeitet. Jetzt bin ich fortgeschrittener, schneller geworden und will fokussierter arbeiten, deshalb will ich versuchen, pro Angebot eine Woche mit absolutem Fokus hinzubekommen. Wenn es ein neues Angebot ist inklusive Launch, dann eher zwei oder drei Wochen, und für die Überarbeitung bestehender Angebote eine Woche. Das ist ein Experiment, weil es von sechs Wochen auf eine Woche runtergekürzt wird, aber mit genug Fokus müsste das machbar sein, und ich halte dich auch hier auf dem Laufenden, wie das ausgeht.
Dann gibt es noch eine Woche, die letzte Woche im Monat, die ist für Content Produktion für den nächsten Monat reserviert. In dieser letzten Woche kümmere ich mich um alle Newsletter, Blogartikel, Podcastfolgen, den Contentplan für den Artist Business Club, alle Instagram Posts und so weiter. Ich muss sagen, das alles gebündelt zu erstellen ist so viel Arbeit. Es ist so viel Arbeit, und oft ist diese letzte Woche im Monat eine harte Woche, aber wenn ich da diszipliniert bin, dann habe ich ganze drei Wochen nichts mehr damit zu tun, und kann mich auf die Sachen konzentrieren, wegen denen ich mich selbstständig gemacht habe. Ich habe mich nicht selbstständig gemacht, um Reels zu posten oder einen Blogartikel zu schreiben. Das war nicht der Grund. Ich benutze das, damit ich mehr von dem machen kann, weswegen ich mich selbstständig gemacht habe. Deshalb bündele ich das in einer Woche, ziehe durch, und danach habe ich drei Wochen Zeit für den Fokus.
Im Rahmen der Jahresplanung für 2026 habe ich auch meine Marketing und Contentstruktur neu aufgesetzt. Von außen sind das kleine Sachen, wie dass der Podcast jetzt immer freitags statt dienstags erscheint oder dass der Newsletter immer montags statt dienstags erscheint. Ich habe darauf geachtet, dass Inhalte von mir an den Tagen rausgehen, an denen ich frei mache und offline bin, weil ich das rigoros durchsetzen will, wie ich groß verkündet habe. Also gibt es jetzt, wenn ich montags frei mache, den Newsletter, und wenn ich freitags frei mache, den Podcast. Dann ist von mir trotzdem etwas da. Ihr müsst mich nicht vermissen, und ich kann trotzdem frei machen und offline sein.
Auch im Marketing habe ich klarere Ziele und Maßnahmen definiert als in den letzten Jahren, und zwar sehr ambitionierte. Fünf Karussell Posts pro Woche und zehn Reels pro Woche. Das sind große Zahlen, aber diese klaren Zahlen helfen mir, weil ich mich nicht ständig neu entscheiden muss. Ende 2025 habe ich im Rahmen einer Reel Challenge drei Reels pro Tag gepostet, an sechs Tagen pro Woche auf fünf Kanälen. Das waren 18 Reels pro Woche. Dagegen sind zehn Reels pro Woche ganz entspannt. Im Artist Business Club werte ich diese Challenge am 12. Februar aus, und in der Masteclass teile ich alle Learnings und zeige vor allem, wie mein Prozess für diese Challenge aussah, also wie es mir gelungen ist, drei Reels pro Tag zu posten. Ich habe so viel daraus gelernt, dass ich glaube, ich schaffe fünf Karussells pro Woche und zehn Reels pro Woche, weil ich dadurch so viel über Content und Contenterstellung gelernt habe und so schnell geworden bin.
Am Ende ist der Kern dieser Jahresplanung für 2026 ziemlich simpel: Ich will an Arbeitstagen konsequenter arbeiten und an freien Tagen konsequenter frei machen. Ich will weg von diesen halben Sachen, zu denen ich sehr schnell tendiere. Ich will kein eigentlich habe ich frei, aber. Ich will an Arbeitstagen konsequenter arbeiten und an freien Tagen konsequenter frei machen.
Ich habe gemerkt, dass dieses Verwischen mich mehr Energie kostet als ein vollgepackter, langer Arbeitstag, weil wenn ich an einem freien Tag ein paar E Mails schreibe, habe ich auch noch ein schlechtes Gewissen, rechtfertige mich vor mir selbst, blablabla, und das kostet mich mehr Energie, als zu sagen, okay, an dem Tag ziehe ich richtig durch und arbeite hart, und am nächsten Tag bleibt der Laptop zu. Früher habe ich das unter dem Deckmantel von Freiheit vermischt, jetzt merke ich, dass geregelte Arbeitszeit Sinn ergibt, weil ich sonst gar nicht mehr frei mache.
Natürlich werden sich Dinge verschieben, weil das Leben sich nicht an Kalender hält, und Veränderungen sind auch gut. Ich entwickle mich weiter, ich lerne dazu. Alles, was ich für 2026 geplant habe, konnte ich nur mit dem Wissen planen, das ich jetzt habe. Mir war ein klarer Startpunkt wichtig, und diesen Startpunkt habe ich basierend auf dem entwickelt, was ich in den letzten vier Jahren der Selbstständigkeit über mich und meine Arbeit gelernt habe. Wenn dieses fünfte Jahr rum ist, bin ich wieder schlauer, und sicher sieht die Planung für 2027 anders aus. Jetzt nutze ich das, was ich weiß, was ich kann und was ich habe, und wir schauen mal, was das Jahr so für uns alle bringt.



