49 – Die mit den Veränderungen (“Ausgesprochen selbstständig“)

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Gerade jetzt zum Jahreswechsel habe ich das Gefühl, dass das Thema Veränderung wieder allgegenwärtig ist, obwohl ich eigentlich gelernt habe, dass früher der März als Jahresanfang galt, was für mich viel mehr Sinn macht. Januar und Februar waren eher für Ruhe und innere Arbeit gedacht, während im März alles aufwacht und blüht. Aber nun gut, wir haben den 1. Januar, das ist jetzt unser Jahreswechsel, und der geht häufig mit Veränderungen oder zumindest geplanten Veränderungen einher.

Langer Rede, kurzer Sinn, ich habe viel über das Thema Veränderungen nachgedacht. Veränderungen sind im Moment etwas sehr Konkretes, ständig präsent. In der Welt, in der Arbeit, im eigenen Alltag, auf Social Media, im Bekanntenkreis. Ich merke, dass viele Selbstständige in meinem Umfeld dieses dauerhafte Gefühl haben, dass sich gerade alles verschiebt und dass nicht klar ist, wie man sich dazu verhalten soll, ob man sich mit verändern soll oder alle Anpassungen mitmachen soll.

Wie geht man also mit all diesen Veränderungen um, gefühlt und wirklich, wenn man selbstständig ist? Wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, Content und Angebote geplant werden, wenn alles, was man tut, sichtbar ist und Verantwortung mit sich bringt. Veränderungen beeinflussen direkt, wie wir arbeiten, wie wir denken, wie wir planen und manchmal auch, wie sicher oder unsicher wir uns fühlen.

Gerade in der Selbstständigkeit haben sie für mich einen enormen Einfluss, weil ich mein Business bin. Wie ich mich fühle, womit ich mich auseinandersetze und was sich in meinem Leben verändert, wirkt sich direkt auf meine Arbeit aus. Das lässt sich kaum trennen. Es gibt politische Veränderungen, wirtschaftliche Unsicherheiten, gesellschaftliche Veränderungen und technologische Entwicklungen. Plattformen verändern sich, Algorithmen werden angepasst, Erwartungen von außen verändern sich, genauso wie die Erwartungen an mich selbst.

Mittendrin stehe ich und versuche, ein Business zu führen, das stabil ist und sich gleichzeitig lebendig anfühlt und anpassungsfähig bleibt. Das fühlt sich oft wie ein Spagat an. Nicht die Veränderung an sich ist das Schwierige, das gab es schon immer, aber die Geschwindigkeit ist es. Alles fühlt sich unfassbar schnell an. Trends kommen und gehen, Formate funktionieren und plötzlich nicht mehr, Dinge, die vor einem Jahr noch als sicher galten, sind es auf einmal nicht mehr.

Dann stellt sich die Frage, was mache ich mit all diesen Informationen, mit diesem ungefilterten Input. Sollte ich das Tempo mitgehen, schneller werden, mehr verändern, mehr anpassen? Oder wäre es klug, bewusst langsamer zu werden, zu entschleunigen und nicht jeden Trend mitzumachen?

Ich mache heute mehr als früher. Ich poste mehr, habe mehr Kanäle, weil Wachstum für mich auch Entwicklung bedeutet. Gleichzeitig frage ich mich, ob dieses hohe Tempo gerade viele überfordert und ob es ein guter Moment wäre, bewusst Geschwindigkeit rauszunehmen, klarer zu werden und weniger zu machen.

Ich glaube nicht, dass es darauf eine einfache Antwort gibt. Schneller werden kann eine Strategie sein, langsamer werden auch. Gerade zum Jahreswechsel und in der Planung fürs neue Jahr will ich das bewusst betrachten. Jede Entscheidung hat Konsequenzen und mehr Tempo bedeutet oft weniger Tiefe, aber weniger Tempo bedeutet weniger Sichtbarkeit.

Ich bin eigentlich ein Mensch mit hohem Tempo. Ich spreche schnell, denke schnell, entscheide schnell, und trotzdem fühlt sich gerade sogar für mich alles zu schnell an. Das will etwas heißen. Ich mag Geschwindigkeit, ich mag Dynamik. Trotzdem sehne ich mich nach Entschleunigung und frage mich, wie ich das in meine Selbstständigkeit integrieren kann.

Gleichzeitig frage ich mich, ob dieses Gefühl nur meine Wahrnehmung ist. Welche Veränderungen sind real, welche nur gefühlt? Nicht alles, was sich im Kopf abspielt, ist automatisch relevant fürs Business. In der Selbstständigkeit ist man mit Gedanken oft allein, auch wenn ich sie hier laut aussprechen kann.

Es gibt Veränderungen, die uns direkt betreffen, gesetzliche Regelungen, wirtschaftliche Bedingungen. Die wirken sich spürbar auf Umsätze und Anfragen aus. Dann gibt es Veränderungen, die vor allem durch Social Media sichtbar werden. Themen tauchen überall auf, erzeugen Druck, obwohl sich im eigenen Business noch nichts verändert hat. Social Media verstärkt alles: Informationen, Trends, Emotionen. Dinge werden dramatisiert und verallgemeinert, aber nicht jede Veränderung, über die gesprochen wird, erfordert sofortiges Handeln. Dieses Gefühl, etwas zu verpassen, entsteht oft durch zu viel Input.

Vielleicht liegt die eigentliche Frage woanders. Welche Veränderungen sind wirklich relevant für mein Business? Was betrifft meine Branche, meine Arbeitsweise, meine Zielgruppe? Sehr vieles fällt dann automatisch raus. Nicht alles, was sichtbar ist, ist relevant.

Dann bleibt die nächste Frage, wie sehr passe ich mich an, wenn sich etwas Relevantes verändert? Wie sehr gehe ich auf neue Erwartungen, neue Themenwünsche oder verändertes Nutzungsverhalten ein? Ich möchte, dass meine Inhalte hilfreich und relevant sind und aktuelle Probleme lösen. Gleichzeitig verändert sich das ständig.

Bewusst anders zu sein kann eine Stärke sein und bewusst langsamer zu sein ebenfalls. Nicht jede Veränderung bedeutet Wachstum. Manchmal ist Veränderung nur Reaktion aus Unsicherheit und manchmal ist sie der nächste logische Schritt. Um das auseinanderzuhalten, brauche ich oft einen Blick von außen durch Gespräche, Austausch, andere Perspektiven. Wachstum fühlt sich nicht immer gut an. Ich nenne das Wachstumsschmerzen.

Vielleicht geht es weniger darum, immer die richtige Entscheidung zu treffen. Vielleicht geht es darum, das eigene Business, die eigene Arbeitsweise und die eigene Haltung besser kennenzulernen, unabhängig vom Außen und der Abstand zu Social Media und echte Gespräche helfen mir dabei sehr.

Veränderungen werden nicht weniger und das Tempo wird weiter steigen. Deshalb möchte ich meinen Umgang damit bewusster gestalten. Ich will nicht permanent reagieren, sondern bewusst auswählen, wo Anpassung sinnvoll ist und wo es reicht, bei dem zu bleiben, was entschieden wurde. Das ist eine der großen Herausforderungen in der Selbstständigkeit. Alles verändert sich und gleichzeitig willst du den Kern behalten. Ich habe keine perfekte Antwort und ich teile diesen Gedankenprozess, weil mich das Thema gerade sehr beschäftigt.

Vielleicht geht es dir ähnlich. Vielleicht motiviert dich Veränderung, vielleicht verunsichert sie dich. Schreib mir gern, denn neue Perspektiven helfen auch mir bei der Orientierung und bei Entscheidungen.

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