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Mehr InformationenMein Umgang mit dem Thema Trends ist wirklich eine Frage, die mich begleitet. Ehrlich gesagt wahrscheinlich seit Anfang meiner Selbstständigkeit, auch wenn ich am Anfang natürlich noch stärker mit meinem eigenen Kram beschäftigt war, als links und rechts nach Trends, Prognosen oder Entwicklungen zu schauen. Trotzdem ist das Thema Trends für meine Selbstständigkeit eigentlich schon immer relevant gewesen. Natürlich spielt es auch in meiner Arbeit mit Künstlerinnen eine große Rolle.
Gerade für die, die Social Media als Marketingkanal nutzen oder online aktiv sind, ist das Thema ständig präsent. Das gilt aber auch generell für alle, die sich für Entwicklungen in der Kunstbranche interessieren. Fragen wie: Woran erkennt man Trends, wann lohnt sich ein Trend, wann ist ein Trend wieder vorbei oder wie erkennt man Trends, ohne die ganze Zeit Inhalte konsumieren zu müssen, tauchen immer wieder auf. Diese Fragen beschäftigen mich und viele, mit denen ich arbeite, fast täglich.
Dazu kommt noch etwas, worüber oft viel zu wenig gesprochen wird. Wie entscheide ich eigentlich, zu welchen Trends, Themen oder aktuellen Entwicklungen ich etwas mache und zu welchen nicht? Wann ist es auch einfach mal an der Zeit, nichts zu sagen, nicht auf alles zu reagieren oder einen Trend bewusst nicht mitzumachen, nur weil gerade alle etwas machen? Genau darüber wollte ich sprechen. Ich dachte mir, ich nehme dich mal mit in meine Gedanken dazu.
Spoiler vorweg: Ich habe dafür keine universelle Lösung. Die gibt es sowieso nicht. Trotzdem wollte ich ein bisschen teilen, wie ich hinter den Kulissen mit Trends umgehe und was bei mir dabei eigentlich im Kopf passiert. Genau dafür sind wir hier ja auch.
So wenig Social Media wie möglich, so viel wie nötig
Bei mir ist es so, dass ich versuche, so wenig Social Media wie möglich zu konsumieren. Das gelingt mir nicht immer, ganz wichtig, aber es ist mein Ziel. Diese Apps sind natürlich so gebaut, dass wir permanent darin hängen bleiben. Das passiert mir auch. Gleichzeitig muss ich wissen, was auf Social Media aktuell passiert.
Ich muss wissen, welche Trends es gibt, welche Formate funktionieren und was gerade Reichweite bringt. Social Media ist für mich einer der wichtigsten Marketingkanäle. Für viele Künstlerinnen, mit denen ich arbeite, gilt genau das Gleiche. Deshalb kann ich mich davon nicht komplett abkoppeln. Ich muss Bescheid wissen, ohne mich darin zu verlieren.
Zusätzlich zu Social Media Trends will ich natürlich auch verstehen, was in der Kunstbranche gerade wichtig ist. Ebenso interessieren mich Trends im Bereich Onlinekurse, weil viele Künstlerinnen, mit denen ich arbeite, Onlinekurse anbieten und ich selbst ebenfalls Onlinekurse gebe. Gerade dort hat sich in den letzten drei Jahren unglaublich viel verändert. Wie Onlinekurse gestaltet sein sollten, warum Menschen sie kaufen und welche Kurse überhaupt gekauft werden, hat sich stark verschoben.
Ich möchte diese Entwicklungen kennen, damit ich sie für mich nutzen kann. Noch wichtiger ist, dass ich die Künstlerinnen, mit denen ich arbeite und die Onlinekurse anbieten, bestmöglich beraten kann. Das ist immer mein höchster Anspruch. Genau deshalb ist es wichtig, dass ich Trends aus verschiedenen Bereichen mitbekomme und mich gleichzeitig nicht komplett darin verliere, nur noch zu schauen, was andere machen.
Die schwierigste Balance überhaupt
Das geht nämlich sehr schnell. Es geht erschreckend schnell, dass ich mich nur noch damit beschäftige, was gerade auf Social Media geteilt wird. Oder welche Audios gerade trenden, welche Formate Reichweite bringen und welche Inhalte überall auftauchen. Diese Balance hinzubekommen, also wie viel ich konsumiere, um Bescheid zu wissen, und wie wenig ich konsumiere, um mich nicht vom Wesentlichen ablenken zu lassen, ist eine riesige Herausforderung. Dafür habe ich wirklich keine perfekte Lösung.
Es gibt Phasen, in denen mir das sehr gut gelingt. Es gibt aber auch Phasen, in denen es mir gar nicht gut gelingt. Zum Glück gibt es ein paar Tools, die helfen können. Gerade bei Instagram und bei dem Thema Trending Audios ist das inzwischen etwas leichter geworden. Im Artist Business Club packe ich in die wöchentlichen Content Pläne, die ich zur Verfügung stelle, immer Audioempfehlungen für Reels mit rein.
Früher war das Recherchieren dafür sehr aufwendig. Heute hat Instagram zum Glück eine Funktion eingeführt, die anzeigt, was gerade trendet oder perspektivisch trendet. Neben dem Audio erscheint dann ein kleiner Pfeil. Das heißt, ich muss nicht mehr Tausende Reels durchscrollen, um herauszufinden, was gerade im Trend ist. Ich kann mich stattdessen an diesem kleinen Pfeil orientieren.
Dazu kommt, dass ich im Artist Business Club ohnehin nur Audios empfehle, die lizenzfrei sind. Das schränkt die Auswahl stark ein und macht das Ganze deutlich übersichtlicher. Dadurch wird dieses ganze Trending Audio Thema ein gutes Stück entspannter. Wobei es ohnehin nicht das wichtigste Thema der Welt ist.
Warum ich bei Reels Trends sehr zurückhaltend bin
Natürlich gibt es neben Audios auch Reel Trends ganz allgemein, also Formate, Arten von Videos oder bestimmte Umsetzungen, die gerade überall auftauchen. Da sage ich aber gleich vorweg: Ich mache nicht besonders viele dieser Trends mit. Erstens bin ich eh keine große Reel Maus. Reels sind nicht mein liebstes Format. Zweitens bin ich der Meinung, dass viele Trends keinen echten Mehrwert für die Community haben.
Oft sind sie nur für Reichweite gemacht. Sie führen aber nicht automatisch dazu, eine Community aufzubauen oder Umsatz zu machen. Für mich persönlich setze ich deshalb extrem wenige Trends um, wenn überhaupt. Für Reichweite können Trends super sein, gar keine Frage. Wenn ich Künstlerinnen berate, brauche ich dieses Wissen manchmal. Trotzdem ist der Preis dafür oft zu hoch, wenn ich wieder anfange, zu viele Reels zu schauen, nur um Trends zu kennen.
Sobald ich mich damit beschäftige, merke ich, wie schnell ich zu viele Reels gucke. Diese Plattformen sind eben genau darauf ausgelegt, dass die Zeit verschwindet, ohne dass man es merkt. Meine Screen Time geht sofort hoch. Ich bin viel zu viel am Handy. Ich verliere Zeit, und dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Zeit ist mein höchstes Gut, meine wichtigste Währung. Trotzdem bekomme ich auch das nicht immer perfekt hin. Trends auf Social Media zu kennen, ohne viel Social Media zu konsumieren, ist eine echte Krux. Manchmal funktioniert es besser, wenn ich mir einen Timer stelle. Zehn Minuten reichen dann oft schon aus, um zu erkennen, ob ich einen Trend mehrfach sehe und ob er gerade wirklich relevant ist.
Trends sind nicht die Lösung für nachhaltiges Wachstum
Wenn ich mir zehn Minuten gebe und in dieser Zeit einen Trend drei oder vier Mal sehe, kann ich meistens davon ausgehen, dass das gerade ein Trend ist. Dann nutze ich dieses Wissen und versuche, es dabei zu belassen. Danach sollte Schluss sein. Denn am Ende sind Trends nicht die Lösung für nachhaltiges Accountwachstum. Genau deshalb würde ich Trends auch nie zu viel Aufmerksamkeit schenken.
Gerade auf Social Media kann es sinnvoll sein, hin und wieder einen Trend mitzumachen. Sobald es aber zu viel Zeit kostet, ist es das aus meiner Sicht nie wert. Dann wird es irgendwann einfach ineffizient. Viel spannender finde ich deshalb Branchentrends. Die gehen für mich viel tiefer und haben deutlich mehr mit echtem Businesswachstum zu tun.
Weil ich als Vertriebs und Marketingexpertin arbeite, investiere ich hier ganz bewusst Zeit und auch Geld. Ich möchte Trends in der Branche wirklich gut kennen. Davon profitiere ich vor allem durch Gespräche. Ich tausche mich sehr viel aus, um auf dem Laufenden zu bleiben, und profitiere stark von meinem Netzwerk und von Weiterbildung.
Ich investiere bewusst Zeit und Geld, um von anderen zu lernen. Zum Beispiel darüber, wie sich die Kurslandschaft verändert, wie sich Kaufverhalten verändert, welche Trends es bei Salespages gibt oder wie auf Social Media heute verkauft und gekauft wird. In solche Themen tauche ich viel tiefer ein als in reine Social Media Trends im Sinne von trendenden Reels.
Die Trends, in die ich bewusst investiere
Ich schaue also viel stärker auf Trends im Marketing generell, im Kaufverhalten, bei digitalen Produkten oder auch bei Freebies für Newsletter. Das sind Themen, in die ich deutlich tiefer eintauche, weil sie mit nachhaltigem Businesswachstum zu tun haben. Ein virales Reel auf Instagram ist nett, aber nicht mein Maßstab. Deshalb buche ich für solche Themen selbst Kurse und Coachings. Ich will für den deutschen Markt gut beraten können.
Das ist übrigens noch eine zusätzliche Herausforderung. Denn Trends, die international oder auf dem amerikanischen Markt funktionieren, funktionieren nicht automatisch auch hier. Das ist noch mal ein ganz eigenes Thema. Teilweise nutze ich Social Media, um dafür halbwegs up to date zu bleiben. Dabei wähle ich aber sehr bewusst aus, wem ich folge.
Ich folge grundsätzlich nie mehr als 100 Accounts. Das ist meine feste Grenze, damit ich nicht zu viel konsumiere und nicht erschlagen bin. Ich folge deshalb nicht allen Menschen, die ich privat kenne. Ich folge auch nicht allen Künstlerinnen, die ich toll finde oder mit denen ich arbeite. Ich folge nicht allen Leuten, deren Content ich inspirierend, gut oder witzig finde.
Ich baue meinen Feed so, dass ich auf dem Laufenden bleibe. Meistens reicht es schon, Adam Mosseri zu folgen, also dem CEO von Instagram. Wenn ich ihm folge, weiß ich meistens, was es Neues gibt. Ich brauche dann nicht noch tausend andere Expertinnen, die am Ende ohnehin nur wiederholen, was er gesagt hat. Auch das gehört für mich zum Thema Trends.
Wenn Trends plötzlich politisch oder gesellschaftlich werden
Dann gibt es noch eine ganz andere Ebene, wenn wir über Trends und aktuelle Themen sprechen. Nämlich gesellschaftliche Themen, politische Themen und Weltgeschehen. Da taucht immer wieder dieselbe Frage auf: Sollte ich dazu jetzt etwas sagen, nur weil gerade alle darüber reden? Sollte ich auch meinen Senf dazugeben? Wenn ich unsicher bin, entscheide ich mich fast immer dagegen.
Dann sage ich nichts. Denn in 99 Prozent der Fälle bin ich definitiv keine Expertin für das Thema. Dann halte ich lieber meine Klappe. Es ist wirklich selten, dass ich zu aktuellen Themen etwas sage, gerade im politischen Bereich oder wenn Themen sehr komplex sind. Wenn ich auf aktuelle Themen eingehe, dann nur, wenn ich einen Ansatz sehe, der für meine Community Sinn ergibt oder hilfreich ist.
Das heißt, ich spreche nie über ein Trendthema, nur weil es gerade Trend ist oder weil alle darüber reden. Das mache ich nicht. Ich greife aktuelle Themen nur dann auf, wenn ich darin einen echten Mehrwert für meine Community sehe. Wenn dadurch eine hilfreiche Information entsteht, eine neue Perspektive sichtbar wird oder ich etwas vermitteln kann, das für meine Community wirklich nützlich ist, dann kann es sein, dass ich darüber spreche.
Ich habe zum Beispiel ein Reel gemacht, als es diese Diskussion rund um DM, Rossmann und den Verband gab, der sich für die AfD geöffnet hat und aus dem Rossmann daraufhin ausgetreten ist, während DM zunächst drin geblieben ist oder sich nicht klar geäußert hat. Wie auch immer, dieses Thema war plötzlich sehr groß und auf Social Media überall präsent. Dazu habe ich tatsächlich ein Reel gemacht.
Wann ein aktuelles Thema für mich relevant wird
Allerdings nicht über das politische Thema selbst. Ich habe dieses Beispiel genutzt, um zu zeigen, wie wichtig es ist, dass Menschen, die auf Social Media etwas verkaufen wollen, über ihre Werte sprechen. Die Kommentare unter den Beiträgen zu diesem Thema haben sehr deutlich gezeigt, wie stark Kaufverhalten davon beeinflusst wird, ob Menschen die Werte einer Marke erkennen können. Da waren Leute, die gesagt haben, sie kaufen jetzt nur noch bei Rossmann. Andere haben gesagt, sie kaufen nie wieder bei Rossmann.
So oder so haben Menschen sehr klare Kaufentscheidungen getroffen. Es hatte sich nichts am Sortiment geändert, nichts am Marketing und es gab auch keine neuen Rabatte. Es war allein die klare Positionierung, die diese Reaktionen ausgelöst hat. Genau deshalb habe ich dieses Thema aufgegriffen. Nicht wegen des Trends an sich, sondern weil ich darin einen echten Mehrwert für meine Community gesehen habe.
Viele in meiner Community wollen über Social Media etwas verkaufen und tun sich gleichzeitig schwer damit, die eigenen Werte sichtbar zu machen. Oder sie haben Angst, zu polarisieren. In diesem Beispiel war sehr klar zu sehen, wie stark eine Positionierung Menschen an eine Marke binden kann. Genau deshalb habe ich aus diesem aktuellen Thema Content gemacht. Nicht weil es groß war, sondern weil es etwas sichtbar gemacht hat, das für meine Community relevant ist.
Anders war es zum Beispiel beim neuen Album von Taylor Swift. Wahrscheinlich war ich eine der wenigen, die dazu keinen Content gemacht haben. Ganz einfach, weil ich keinen Aufhänger gesehen habe, der aus meiner Sicht zu meiner Zielgruppe und zu meiner Community gepasst hätte. Also habe ich nichts gesagt und es dabei belassen.
Mein wichtigster Filter bei Trends
Das ist im Grunde mein Kompass bei Trends, Themen und Prognosen. Auch bei der Frage, wie tief ich in etwas eintauche. Wenn der Mehrwert für meine Community nicht da ist, lasse ich es. Wir leben in einem Informationszeitalter, und wir brauchen Filter. Wir bekommen alles viel zu schnell, viel zu leicht und viel zu ungefiltert vorgesetzt. Konsumieren können wir theoretisch alles.
Genau deshalb sind wir selbst für unsere Filter verantwortlich. Einer dieser Filter ist für mich die Frage: Ist dieses Thema oder dieser Trend für meine Community hilfreich und für meine Arbeit sinnvoll? Wenn nicht, lasse ich es. Und an dieser Stelle habe ich dann wirklich gar keinen Schmerz, Dinge nicht mitzumachen. Genau so entscheide ich am Ende, wozu ich etwas mache und wozu nicht.
Welchen Trend ich teile oder nicht. Über welchen Trend ich spreche oder nicht. Welchen Trend ich mitmache oder bewusst auslasse. Mein bester Filter ist immer dieselbe Frage: Sehe ich hier einen echten Mehrwert für meine Community? Denn für sie mache ich am Ende das, was ich mache.
Wenn dieser Mehrwert nicht gegeben ist, dann findet dieser Trend ohne mich statt.



