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Mehr InformationenPuh, warum ist es eigentlich so schwer, mit etwas wieder anzufangen? Ich finde es ganz leicht, mit etwas neu anzufangen, aber ich finde es extrem schwierig, mit etwas wieder anzufangen. Spannendes Phänomen. Erstens habe ich überhaupt keine Routine mehr, ich weiß gar nicht mehr, wie irgendwas geht. Ich habe es jetzt wirklich Wochen vor mir hergeschoben. Dieser Podcast hatte eine ungeplante bis unfreiwillige Pause, weil ich geheiratet habe, weil ich im Urlaub war und weil ich danach nicht wieder reingekommen bin.
Ich hatte natürlich vor dem Urlaub vor, ganz viele Podcastfolgen aufzunehmen, damit es keine Pause gibt. Obwohl ich weg bin, obwohl ich freimache, obwohl ich keinen Nerv für Podcast habe. Das hat nicht geklappt, weil ich ja auch Newsletter geschrieben, Karussell Posts für Instagram vorbereitet und Blogartikel geschrieben habe. Ich habe Sachen für den Artist Business Club vorbereitet und tausend Dinge gemacht. Da ist der Podcast hinten runtergefallen. Denn von allen Sachen, die ich bei Kunst und Brot mache, ist der Podcast auf jeden Fall die Sache, die am meisten Zeit in Anspruch nimmt.
Gleichzeitig hat er das am wenigsten messbare Ergebnis. Ich liebe die Reaktionen auf die Podcastfolgen. Ich finde es so schön, wenn Leute mir schreiben, dass sie eine Folge gehört haben, dass sie etwas bewegt hat oder dass sie etwas spannend fanden. Das bedeutet mir die Welt. Aber es ist deutlich weniger Resonanz, als wenn ich ein 30 Sekunden Reel auf Instagram poste. Auf so ein Reel bekomme ich mehr messbare Resonanz als auf eine Stunde Podcastfolge, die ich aufnehme, vorbereite und für deren Schnitt ich meine Mitarbeiterin bezahle.
In einer Podcastfolge steckt also sehr viel mehr als in einem Instagram Reel. Gleichzeitig bekomme ich natürlich weniger messbare Resonanz, weil ich nicht mitbekomme, wenn ihr eine Podcastfolge hört und sie toll findet. Ohne Nachricht bleibt das für mich unsichtbar. Also ist der Podcast in der Vorbereitung hinten runtergefallen. Ich habe es nicht geschafft, genug Folgen vorzubereiten, damit keine Lücke entsteht. Damit habe ich meinen Frieden gemacht, auch im Prozess.
Nach vier Jahren Selbstständigkeit bin ich an einem Punkt, an dem mir das gelingt. Auch das ist ein Erfolg, diesen Perfektionismus so loszulassen. Es gab also eine Pause. Ich bin in den Urlaub gefahren und wusste, dass nicht jede Woche eine Podcastfolge rauskommen würde. Danach bin ich aus dem Urlaub zurückgekommen und auch dann waren irgendwie tausend andere Sachen wichtiger, dringender, schneller zu erledigen oder einfacher. So ist Woche um Woche vergangen und ich kann nicht fassen, wie schnell Wochen vergehen.
Es gab immer noch keine neue Podcastfolge. Ich hatte auch irgendwie keine Ideen. So bin ich hier wieder angekommen und dann nagt es an mir. Dann weiß ich ja, eigentlich müsste ich. Eigentlich sollte ich. Eigentlich sollte da wieder eine Podcastfolge kommen. Es war einfach nicht in mir, weil Podcast für mich wirklich das Aufwendigste von allen Sachen ist, die ich mache.
Deswegen wird er schnell weggeschoben. Ich mache lieber Sachen, bei denen ich auf der To do Liste schneller etwas abhaken kann, weil sie nicht so aufwendig sind. Es sind alles Sachen, bei denen ich mehr in der Routine bin, schneller wieder reinkomme, die ich schon länger mache und bei denen ich schnellere Ergebnisse sehe. Dann werden diese Sachen alle dem Podcast vorgezogen. So ist diese eher unfreiwillige Pause entstanden. Ich will ganz ehrlich sein: Diese Folge jetzt ist mein Versuch, wieder reinzukommen.
Es ist mein Versuch, wieder einen Rhythmus für wöchentliche Folgen zu finden. Eigentlich gibt es jeden Dienstag eine neue Folge. Ich ertappe mich selbst dabei, immer wieder zu denken: Na ja, ab Januar dann oder ab dem neuen Monat. Als bräuchte es immer einen äußeren Neuanfang, um mit etwas wieder anzufangen. Aber das ist eine Falle. Ganz ehrlich, der 1. Januar ist auch nichts anderes als heute.
Also habe ich mir gedacht: Nein, wir nehmen einen zufälligen Dienstag im November, an dem es wieder losgeht. Dann ist auch meine Erwartung an mich nicht ganz so hoch wie bei einem offiziellen Neustart an einem 1. Januar oder so. Es ist einfach ein Dienstag im November und ich freue mich, dass du wieder zuhörst. Dass du trotz der Pause wieder dabei bist. Manchmal braucht es diese Pausen. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich mir diese Pausen nicht gönne.
Genau aus der Angst heraus, dass ich dann nicht wieder anfange. Das ist bei Sport so und offensichtlich auch beim Podcast. Bei mir ist das auch beim Malen so und beim Lesen. Wenn ich Dinge tue, dann tue ich sie sehr diszipliniert, sehr regelmäßig und manchmal sogar zu viel. Aber wenn ich dann einmal innehalte oder eine Pause mache oder diese Regelmäßigkeit unterbreche, fällt es mir wahnsinnig schwer, wieder reinzukommen. Wirklich wahnsinnig schwer.
Es ist wie ein riesiger Berg, der sich immer mehr vor mir aufbaut, mit jedem Tag, den ich es rauszögere. Ich komme nicht wieder rein, selbst wenn es etwas ist, was ich vorher jeden Tag oder jede Woche gemacht habe, ohne groß darüber nachzudenken. Wenn da eine Pause drin war, ist es für mich fast nicht zu schaffen. Ich frage mich, woran das liegt. Gleichzeitig liebe ich ja Neuanfänge. Ich liebe es, etwas Neues anzufangen.
Aber etwas Altes wieder aufzunehmen, genauso wie es war, ohne irgendeine Veränderung, fühlt sich für mich manchmal fast unmöglich an. So unmöglich, dass ich echt darüber nachgedacht habe, den Podcast nicht wieder anzufangen und nicht weiterzumachen. Wenn dann nicht liebe Menschen gefragt hätten, wann es wieder eine neue Podcastfolge gibt. Das ist für mich natürlich super schön zu hören. Vielleicht war es auch genau die Motivation, die ich gebraucht habe. Deshalb sitze ich jetzt hier und nehme wieder eine Podcastfolge auf, um diese unfreiwillige und ungeplante Pause zu beenden.
Ich habe mich natürlich auch damit beschäftigt, dass ich diese Pause gar nicht angekündigt hatte. Das klingt ja schon fast verboten. Einfach zu verschwinden und eine Pause nicht anzukündigen. Dann muss ich mich daran erinnern, dass außer mir eine Pause, egal ob Social Media Pause, Podcastpause oder Newsletterpause, den meisten gar nicht so auffällt. Wir selbst denken viel mehr über unseren Kram nach als andere. Das bedeutet: Eine Pause zu machen und sie nicht anzukündigen, ist offensichtlich manchmal völlig okay.
Mir ist nichts Schlimmes passiert. Es ist kein Blitz vom Himmel gefahren und ich bin nicht von heute auf morgen in Vergessenheit geraten. Ich habe auch keine bösen Nachrichten bekommen, nur weil ich eine Pause gemacht habe, die ich nicht groß angekündigt hatte. Trotzdem habe ich mich bei Gedanken erwischt wie: Oh je, jetzt wieder keine Folge und du hattest ja nicht einmal gesagt, wie lange die Pause ist. Ich habe nie gesagt, die nächsten drei Wochen nicht und dann wieder. Es kam einfach keine Folge.
Jetzt kommt wieder eine Folge, ohne große Ankündigung. Ich war wirklich fasziniert davon, wie viel ich mich in meinem Kopf mit all diesen Dingen beschäftigt habe. Mit der Frage, ob ich mit dem Podcast weitermache oder nicht. Mit dem Vor-mir-Herschieben einer neuen Podcastfolge. Mit angekündigter Pause versus nicht angekündigter Pause. Mit der Tatsache, dass ich nicht gesagt habe, wann es weitergeht, und mit der Tatsache, dass es nicht weiterging.
Damit habe ich mich viel beschäftigt, statt mich einfach hinzusetzen und eine Folge aufzunehmen. Es ist wirklich spannend. Dinge, die wir gerne tun und für die wir sogar positives Feedback bekommen, wieder anzufangen, ist offensichtlich manchmal einfach schwer. Es ist nicht so, dass wir die Sache vergessen oder uns nicht damit beschäftigen. Bei mir ist es so, dass ich mich unfassbar viel damit beschäftige, statt sie zu machen. Das kenne ich auch aus anderen Bereichen.
Ich erwische mich zum Beispiel manchmal dabei, noch einen Kurs zu kaufen und noch einen Kurs zu kaufen, statt die Sache zu machen. Dann beschäftige ich mich mit der Sache, aber ich mache sie nicht. Deshalb habe ich mir gedacht, dass damit jetzt an einem zufälligen Dienstag im November Schluss ist. Ich mache mal wieder eine Folge und schaue, wie es ist. Ich schaue, wie ich reinkomme. Ich schaue, wie die Folge ankommt.
Es ist so eine Warmwerdfolge, in der ich über diese unfreiwillige Pause spreche. Vielleicht kennst du das ja von dir, auch bei einem ganz anderen Phänomen. Bei mir ist es zum Beispiel beim Malen auch so. Es gibt Phasen, da male ich täglich. Dann gibt es Phasen, da male ich gar nicht. Dann fällt es mir super schwer, mit dem Malen wieder anzufangen.
Dann komme ich wieder in einen guten Rhythmus und mache es wieder jede Woche oder jeden Tag oder wie auch immer. Obwohl ich das Malen so sehr liebe und es mich so glücklich macht und erfüllt, fällt es mir manchmal schwer, wieder anzufangen. Es hat also wenig damit zu tun, wie sehr ich die Sache mag. Es hat wahrscheinlich eher mit dieser Regelmäßigkeit zu tun oder damit, dass es nichts Neues ist. Selbst bei Sachen, die ich gerne mag, habe ich dieses Phänomen. Wenn ich einmal aufgehört habe, ist es schwer, wieder anzufangen.
Dann entstehen diese unfreiwilligen Pausen. So wie bei diesem Podcast. So wie beim Lesen. In manchen Phasen lese ich drei Bücher pro Woche und dann lese ich drei Monate gar nicht. Komisch, oder? Vielleicht gibt es für mich keinen ausgewogenen Mittelweg, sondern nur ganz oder gar nicht.
Ich kenne das von mir, dieses „what is in motion stays in motion“. Was einmal in Schwung ist, bleibt auch in Schwung. Darüber habe ich in der Folge gesprochen, in der es darum ging, dass es mir schwerfällt, Pausen zu machen oder innezuhalten, wenn es gut läuft. Die Sache ist dann eben einmal in Schwung. So war es mit diesem Podcast auch. Ich war in Schwung.
Jede Woche kam eine Folge. Das hatte einen gewissen Rhythmus und eine gewisse Normalität. Da wurde nicht verhandelt. Dann kam diese unfreiwillige Pause, weil ich es einfach nicht geschafft habe, weg war und Urlaub hatte. Danach habe ich angefangen, mit mir zu diskutieren. Ich habe angefangen, mit mir zu diskutieren, weil es gerade keine Regelmäßigkeit und keine Verbindlichkeit gab.
Wenn ich anfange, mit mir zu diskutieren, habe ich echt verloren. Dann geht so viel Zeit und Energie dafür drauf, dass ich mit mir diskutiere, statt die Sache zu machen. Wieder bin ich mit der Sache beschäftigt, aber tue sie nicht. Wenn ich mit mir diskutiere, macht mich das unzufrieden. Das gilt auch für Sport oder sonst irgendetwas. Wenn ich mit mir diskutiere, statt in eine Verbindlichkeit zu gehen, schwächt das auch mein Selbstbewusstsein.
Wenn ich mir selbst gegenüber nicht verbindlich bin, sondern immer wieder Ausreden finde, mir Sachen schönrede und mit mir herumdiskutiere, fühle ich mich weniger selbstbewusst. Ich bin dann nicht verbindlich mir gegenüber und vertraue mir selbst weniger. Also weniger Selbstvertrauen, weil ich herumdiskutiere, statt zu machen. Deshalb durchbreche ich heute diesen Kreislauf mit dieser Podcastfolge. Ich beweise mir damit erstens, dass ich mich jetzt wieder auf mich selbst verlassen kann. Ich beweise mir, dass ich mir selbst vertrauen kann und dass ich das jetzt wieder regelmäßig mache.
Zweitens beweise ich mir damit, dass ich Dinge, die ich unfreiwillig aufgehört habe, einfach wieder aufnehmen kann. Vielleicht sind sie runtergefallen, weil sie keinen Platz hatten, weil ich keine Zeit hatte oder aus welchem Grund auch immer. Ich kann sie wieder aufnehmen, ohne viel Tamtam. Ohne dass es der 1. Januar oder der erste eines Monats sein muss. Ohne dass es ein Montag sein muss. Ohne dass ich ein neues Notizbuch dafür kaufe.
Ich kann einfach den Laptop aufklappen und weitermachen. Ohne Perfektionismus, ohne Ankündigung, ohne großes Tamtam. Ich kann einfach weitermachen, egal wie lange die Pause war. Egal, ob die Pause angekündigt war oder nicht. Egal, ob ich irgendetwas versprochen hatte. Egal, ob ich angekündigt habe, wann es weitergeht.
Eine unfreiwillige Pause kann jederzeit freiwillig beendet werden. Das nehme ich für mich aus dieser Podcastfolge und aus dieser Pause mit. Diese Pause war nicht geplant und trotzdem ist kein Weltuntergang passiert. Das muss ich mir immer mal wieder vergegenwärtigen. Die Welt geht nicht unter, wenn ich etwas nicht schaffe oder wenn ich etwas länger rauszögere. Ich kann trotzdem weitermachen.
Da bin ich manchmal zu absolut mit mir. Vielleicht hilft mir diese Folge, das ein bisschen zu reflektieren und neu zu denken. Vielleicht hilft sie mir, mich selbst zu überraschen und öfter Dinge wieder aufzunehmen, statt sie erst komplett neu denken, neu erarbeiten oder groß ankündigen zu müssen. Ich kann einfach weitermachen. Egal in welchem Umfang, egal wie lange die Pause war und egal, warum da eine Pause war. Ich habe hiermit die Erlaubnis, einfach wieder etwas anzufangen, was ich mal gemacht habe, ohne es riesig zu verändern oder zu perfektionieren.
Vielleicht brauchst du auch mal so einen Reminder. Vielleicht gibt es bei dir auch irgendetwas, bei dem du dir andauernd denkst: Ach, ich sollte mal wieder. Statt dich damit zu beschäftigen, hilft einfach machen. Das kann ich versprechen. Und mit dieser Folge kann ich es auch beweisen.



